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Römischer Reisewagen
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Verfasst am: 16. 08. 2011 [12:31]
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utnapischtim
Routinier
Themenersteller
Dabei seit: 15.12.2010
Beiträge: 52
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Vielen Dank Gipiemme, das hört sich wirklich sehr interessant an; habe das Buch "Die Baar als Königslandschaft" gleich mal bestellt. Ich halte es auch für sehr fraglich, irgendwo eine Spurbreite als "Beweis" für den Verlauf römischer Straßen heranzuziehen. Grüße Bernd |
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Verfasst am: 16. 08. 2011 [19:05]
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kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1243
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Hallo zusammen, dem Tip von Gipiemme kann ich mich nur anschließen. @utnapischtim Du gibst jetzt aber 1.07 Meter als Spurbreite im Gebirge an. Heißt das, dass die Römer für steile Anstiege und Wege im Gebirge andere Wagen nutzten, als auf dem flachen Land? ENDE Es ist jedenfalls sehr wahrscheinlich, dass umgeladen wurde, aber es ist in der Tat so, dass kaum römisches Schrifttum über das Transportwesen vorliegt und man mehr oder weniger auf Rückschlüsse aus dem Vorgefundenen angewiesen ist. ZITAT Danach scheint es möglich, dass «Helvetien» über die Maloja-Julier-Strecke und einige Jura-Pässe in römischer Zeit mit Karren von 106-107 cm Spurweite durchgehend durchfahren worden ist. Das sagt nichts aus über die Wirtschaftlichkeit im Rahmen des Gesamtverkehrs. Grosse Anteile an Waren sind sicher gesäumt und im Flachland vermutlich auf breitere Wagen verladen worden. Interessant ist ein Blick auf die «benachbarte» Via Claudia am Fernpass: dort sind Spurweiten von 107 sowie ca. 140 cm in Bohlen eingefahren worden (Pöll, siehe Walde, S. 30). ENDE http://www.stefan-ramseier.ch/roemisch/gastautor/brunner/haupttext.htm ZITAT: Nun gut, nicht alle Straßen des ehemaligen römischen Straßennetzes wiesen die gleiche Spurbreite auf, jedoch scheinen die 107cm für die Via Raetia die genormte Spurbreite gewesen zu sein. ENDE http://www.fragen-forschen-finden.de/html/die_karrgeleisestrasse.html Steffen Bruns der Verfasser von: ALPENPÄSSE - Geschichte der alpinen Passüberänge. Vom Inn zum Gardasee (Bd.3, S.30). 2, L. Staackmann Verlag KG, München 2010, ISBN 978-3-88675-273-7. schreibt in einem Forum ZITAT: Der Altstraßenforscher unterscheidet zwischen Spurrillen und Geleise. Spurrillen sind durch Abnutzung entstanden und zufällig, Geleise sind absichtlich und haben einen Nutzen. ...... ........am Maloja. Dort (und nicht nur dort) gibt es sehr steile Passagen einer römischen Straße. Teilweise sind die Abschnitte, wenn auch nur wenige Meter lang, bis zu 30% steil und man hat als Fußgänger schon leidliche Mühe. Mit einem Trick wurden diese Passagen dennoch befahrbar. In den Fels schlug man in Abständen von 20-30cm kleine Löcher, etwa vom Format eines guten Bierglases. Wenn die Zugtiere (für die man eigens Trittstufen bzw. -hilfen anfertigte) nun den Wagen bzw. Karren die Steilstrecke hochziehen wollten, steckte ein Helfer eine lange Stange in das Loch und presste per Hebelkraft den Wagen/Karren den Hang ein Stückchen höher, bis ein zweiter Mann einen weiteren Stab in das nächste Loch steckte und den Vorgang wiederholte. Damit die Wagen/Karren nun nicht zur Seite ausbrechen, und weil der Fels bis auf die Trittspur meist auch kaum begradigt ist, meisselte man Geleise ins Fels. ENDE http://f3.webmart.de/f.cfm?id=1902785&r=threadview&t=3854306&pg=6#16115448 Zum Anliegen von Augustus3 kann man nur sagen, dass es trotz auferlegten und zu ertragenden Mühen oft lange dauert bis der zündende Funke ein Feuer entfacht. Die Griechen waren schon mal kurz vor der Erfindung der Dampfmaschine, aber trotz aller Abplackerei am Bau bastelten sie nur ein Spielzeug zusammen. Sie hatten auch in ihrem Kalendarium ein perfektes Getriebe installiert, aber sie setzten es nicht als kraftsparende Maschine um. Das leben kann so grausam sein. Gruß Kurti |
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Verfasst am: 16. 08. 2011 [20:54]
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utnapischtim
Routinier
Themenersteller
Dabei seit: 15.12.2010
Beiträge: 52
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Wow, das ist ja mal eine schöne Fülle an Informationen und ein gutes Zeichen dafür, wie differenziert man an solche Themen doch herangehen sollte... Danke Kurti. Hintergrund meiner Anfrage ist eben die Vorstellung einer "neuen" Römerstraße eines Heimatforschers. Als Beleg dafür wird eine Spurbreite von ca. 1,07 Metern angegeben (auf einem Höhenabschnitt) sowie ein geradliniger Verlauf. Nicht beachtet wurde von diesem Herren allerdings die Tatsache, dass die vermeintliche Römerstraße 2(!) Anstiege zu bewältigen hat und auf längeren Abschnitten durch Höhenlagen des Schwarzwaldes führt, während die bekannte Route durch das Kinzigtal nur einmal den Buckel rauf muss und auch im Winter wohl besser passierbar war. Was natürlich nicht heißen soll, dass es vielleicht doch mehrere Römerstraßen über den Schwarzwald gab und der gute Mann recht hat. Doch wie heisst es so schön: wo die Beweise fehlen oder fraglich sind, muss die Logik nachhelfen Viele Grüße Bernd [Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 16.08.2011 um 21:23.] |
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