Thema mit vielen Antworten

das groste Buch der Welt


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Verfasst am: 07. 08. 2010 [17:29]
astrofratz
Moderator
Dabei seit: 12.07.2010
Beiträge: 701
Hm sieht wirklich so aus wie die von Miguelazela.

Aber mal was anderes. Hab ich seinerzeit in der Uni nicht aufgepasst oder hat der Webseitenbetreiber nen Haschmich das als Neandertalerwerkzeuge usw zu bezeichnen?

Ich meine war der Neandertaler wirklich soviel schlechter als der Homo habilis?
Der konnte ja schon sowas:
http://h.imagehost.org/t/0634/Bifaz_de_San_Isidro_28M_A_N_1942-101-4-4723_29_01.jpg

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.08.2010 um 17:36.]
Verfasst am: 07. 08. 2010 [22:20]
kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1490
Hallo astrofratz,

bei den Dingern handelt es sich ja durchwegs um Stichel, Bohrer, Schaber usw. Auf Schönheit kam es den >Bastlern< wohl nicht an, Hauptsache es erfüllte den Zweck.
Bei den Rekonstruktionen ist aber auch eine schöngeformte Speerspitze dabei.
http://www.preart.de/mediac/450_0/media/DIR_42506/6fbf299caf2ee77effff833dac144225.JPG


In der Regel sahen die Dinger aber so aus.

http://www.stadtmuseum-ibbenbueren.de/grafik_vor_und_fruehgeschichte/Dscn2316_700_speerspitze.jpg

Die schönen Blattspitzen gab es aber erst so ab dem Jungpaläolithikum.

http://www.kinder-lippe.de/Geschichte/Altsteinzeit/Abb1gesch.jpg

Ein Beispiel für die Handwerkskunst der Neandertaler.
(ca. 40 000 Jahre)

Die normalen Alltagswerkzeuge waren aber in der Regel auch nicht viel kunstvoller als die der >Geröllheimers< so nach und nach wurde die Gestaltung dann etwas gleichförmiger auf beiden Seiten.
http://www.uf.uni-erlangen.de/projekte/sesselfelsgrotte/sesselfelsgrotte.htm#text4

Ich kann mir auch nie merken wann und wo welche Steinchen in Mode waren und muß jedesmal nachschauen.
Es erstaunt mich auch immer wieder, dass es bereits beim Oldowan- Typ und im Acheuléen so feingearbeitete Werkzeuge gab.
Was den Neandertaler anbelangt soll ja der >Düsseldorfer- Neandertaler< durchaus dem >Kölner-Homosapiens< bei der Werzeugherstellung ebenbürtig gewesen sein. Natürlich nur rein handwerklich. 04-icon_cheesygrin.gif

Gruß
Kurti

[Dieser Beitrag wurde 5mal bearbeitet, zuletzt am 07.08.2010 um 22:43.]
Verfasst am: 08. 08. 2010 [15:21]
astrofratz
Moderator
Dabei seit: 12.07.2010
Beiträge: 701
Ich wollte damit ja auch nur anmerken, dass die meisten da gezeigten Steine wieder Quetscholithen sind, also Zufallsprodukte. Feuerstein platzt nunmal auch durch zufall in diese Richtungen ab. Erst wenn man Bearbeitungsspuren erkennen kann, dann kann man auch davon sprechen, dass das gebrautcht wurde. Meist hebt man bei Ausgrabungen ja auch Teile auf, die so aussehen, aber nur weil die mit "guten" Artefakten vergesellschaftet waren.
Es ist ja zu überlegen, wenn ich mir schon die Mühe mache einen Stein zu bearbeiten, dann auch so, dass es Sinn macht, sonnst könnte ich den Stein ja so lassen wie er eh am Anfang war. Übrigens nicht gut zugearbeitete Silexwerkzeuge stellen ein unkonrtolierbares Risiko da, sie zu scharf zum benutzen sind oder ungeplant platzen können. Ich glaub auf sowas haben die Neandertaler schon geachtet, wenn sie ihr Werkzeug ausgesucht haben.
Verfasst am: 05. 02. 2011 [00:13]
protofakt
Novize
Dabei seit: 04.02.2011
Beiträge: 2
Also hier gilt wieder mal nur zu sagen wer lesen kann ist klar im Vorteil. Weder Feuerstein (Abbildung zeigt Quarzit) noch homo habilis (für Deutschland) einfach nur lesen anstatt Bilder gucken... Zu den Rotfärbungen: Entsteht diese erst nach der Entstehung (durch Rost vom Pflug oder durch Abtropfen eisenoxydhaltigen Wassers an den Kanten) bilden sich diese Spuren an artifziellen als auch an natürlichen Bruchflächen.
Zur Typologie der Artefakte siehe generell die Links der Seite www.preart.de . Da Thema das Thema Geröllgeräte mit Erforschung zu tun hat sind Fehler unvermeidlich aber eben bearbeitungsfähig und -würdig.

Verfasst am: 23. 02. 2011 [02:17]
astrofratz
Moderator
Dabei seit: 12.07.2010
Beiträge: 701
Naja das Problem bleibt aber bestehen. Laien rennen über die Äcker und sammeln Geröll auf und glauben dahinter Artefakte. Durch solche Seiten wird das Ganze auch noch bestärkt. Ich bin mir bewusst, dass es bei den Geröllen (wir nannten die in der Uni und in meiner Kindheit Quetscholithen) eine sehr hohe Fehleranfälligkeit gibt, weswegen man bei einer Feldbegehung doch nur die Teile werten kann, die eindeutig sind. Steine die vielleicht so aussehen »als ob« kann man da doch gar nicht verwerten, diese können nur in einem geschlossenen Fund ausgewertet werden. Sonnst kann man wirklich jeden Stein der irgendwie komisch geformt ist aufheben.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.02.2011 um 02:19.]
Verfasst am: 03. 03. 2011 [12:39]
protofakt
Novize
Dabei seit: 04.02.2011
Beiträge: 2
Eben!!! Es gibt bezüglich der Quetscholithen ja auch Merkmale die auf menschliche Einwirkung zurückzuführen sein könnten und teilweise auch sind. Durch Vorlage tatsächlicher Quetschos bei Fachleuten ist das Thema arg belastet und verhunzt. Wenn jedoch die altacheuléenzeitlichen Leitartefakte (Chopper, Chopping-tools, Diskoide, Polyeder, Protobiface usw...) auf engstem Raum vorliegen wird die Sache spannend.
Wenn wir Oldowan-Typologieen auf Deutschland proizieren würde dies abgelehnt werden, in Frankreich oder Spanien wird es anderst behandelt und bleibt zwar strittig aber beachtenswert. Ein Einzelfund kann nur (wenn nicht wirklich flächig bearbeitet) kritisch betrachtet werden. Tausende auf 100 x 100 m stellen andere Fragen zumahl diese über die Auffindungsgrenze hinweg ausblieben, Naturgerölle aber weiterhin auffindbar bleiben. Archäologisch wurden auch diese Lesefunde bereits aufgenommen (Münzenberg in Oberhessen usw...) und typologisiert (Siehe Links auf www.preart.de mit Typentabellen etc.).
Beste Grüße
Verfasst am: 29. 10. 2011 [18:27]
miguelaiza
Routinier
Themenersteller
Dabei seit: 19.07.2010
Beiträge: 53
Also ......

Bald werde melden mich
mit einer sensationel Nachricht.

FG



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