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kleine Figur aus Metall (römisch?)


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Verfasst am: 01. 02. 2013 [16:44]
Der_Merlin
Novize
Themenersteller
Dabei seit: 01.02.2013
Beiträge: 1
Liebe Archäologen,

2. Versuch... aber ich bin ja neu hier!

beim Entrpümpeln des alten Hauses ist mir eine kleine Figur in die Finger gekommen, die ich schon aus Kinderzeiten kannte und von der immer gesagt wurde, es sein eine echte römische Figur, die mal ein Vorfahre ausgegraben hätte.
Ich muss dazu sagen, dass hier im Ort ein röm. Gutshof/Villa ausgegraben wurde und ein röm. Bad.
78078 Niedereschach OT Fischbach in der Nähe von Rottweil.
Also die Römer waren schon mal da, von daher kann ich mir das schon auch vorstellen.

Die Figur ist gesamt 9.5 cm groß/hoch

Sieht das nach einem echten Fund aus?
Sollte ich darauf acht geben, oder taugt es eher als Briefbeschwerer?

ich freue mich auf die Rückmeldungen.

Herzliche Grüße

Der Merlin
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Verfasst am: 03. 02. 2013 [13:17]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 147
Hmm...man bräuchte noch weitere Informationen:

Ist die Figur aus Bronze?
Hohlguß?
Wie sind Nahtstellen verarbeitet?
Was hält die Figur in der Hand?
Worauf steht die Figur?
Eine hoch auflösende Fotografie des Gesichtes wäre auch recht wichtig.
Verfasst am: 03. 02. 2013 [19:01]
kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1523
Der Stil erinnert mich an das Spielbein und die entspannte, eingeknickte Hüfte wie er in der griechischen Hochklassik aufkam. Es könnte die Nachbildung eines Jünglings mit Speer und Siegerbinde (?) im Haar sein. 
Die Römer kopierten solche Figuren zwar, aber sie feierten auch oft eine Wiedergeburt bis ins 19. Jahrhundert.
Die bekannteste Plastik dieser Stilrichtung ist wohl der Doryphoros von Polyklet um 440 v.Chr.
http://de.wikipedia.org/wiki/Doryphoros

Es könnte auch der "Schöne Antinoos" sein ( Günstling und "Geliebter" (?) des römischen Kaisers Hadrian, der später vergöttlicht wurde).  Man könnte sich ein Figürchen in dieser Größe durchaus auf einem römischen Hausaltar vorstellen. Bis heute werden Statuen von ihm in zahlreichen Kopien nach antikem Vorbild hergestellt. 
http://www.artvalue.com/image.aspx?PHOTO_ID=1446197
Wir hatten hier schon mal eine heute noch käufliche "Schachfigur" in dieser Größe mit ähnlicher ( künstlicher ?) Patina, die einen römischen Kaiser darstellte. 
http://www.archaeologie-online.de/forum/beitraege/ausgrabungen/1339/
Ich denke, daß wohl über ein Foto kaum eine Zeitangabe möglich ist.

Gruß
Kurti

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 03.02.2013 um 19:05.]
Verfasst am: 03. 02. 2013 [19:22]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 147
Kontrapost mit flach auf dem Boden aufliegenden Sohlen ist schwerlich vorstellbar. Da ist keine Anlehnung an den Diadumenos oder den Doryphoros. Ich sehe da keine Ponderation, sondern eine windschiefe Figur.
Hat die Figur ein Blatt vor dem Gemächt? Wirkt irgendwie so...
Die Frisur ist im Nacken seltsam. Die Armhaltung wirkt auch komisch. Aber ich müsste die Figurine in der Hand haben.
Verfasst am: 04. 02. 2013 [11:03]
astrofratz
Moderator
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Beiträge: 734
Ich würde die Figur irgendwie in die Ecke des Neoklassizismus schieben. Sie scheint zwar antike Anleihen zu haben, wirkt aber dennoch modern. Genau wie die verbundenen Oberschenkel und die beiden Beine, die zwar an Standbein Spielbein erinnern, aber beide flach aufsetzen, eher auf eine Vollgussfigur und damit eher an eine Zierfigur aus dieser Zeit um 1900 erinnert. Sowas stand auf Schränken usw.

Allerdings hatte ich nur eine Stunde griechische Plastik und musste da vor lauter Lachen den Raum verlassen.
Verfasst am: 04. 02. 2013 [11:28]
kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1523
@ p.b.
ZITAT:
Kontrapost mit flach auf dem Boden aufliegenden Sohlen ist schwerlich vorstellbar.
ENDE

Nun, ein bisschen Phantasie ist schon gefordert. Von hinten sieht die Figur in der Tat etwas windschief mit Plattfüssen aus, aber das ist m.E. durch die Verkrustungen bedingt. Schräg von der Seite gleicht die Stellung schon eher einem Kontrapost.

Ansonsten tendiere ich auch zu der Ansicht von "Astrofratz".

Gruß 
Kurti

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 04.02.2013 um 11:39.]
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Verfasst am: 04. 02. 2013 [11:53]
p.b.
Experte
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Beiträge: 147
astrofratz schrieb:



Allerdings hatte ich nur eine Stunde griechische Plastik und musste da vor lauter Lachen den Raum verlassen.


Das schreibt Jemand, der Paleoseti als Bild hat? DAS ist witzig...unglaublich witzig...made my day...danke schön.


Naja, Kontrapost ist auch bei Kleinbronzen keine Sache der Phantasie oder verhandelbar oder von der Perspektive abhängig.

Ohne Angabe der technischen Details ist da keine Deutung möglich, da es gerade in Gallien und Germanien ziemlich rotzige Bronzen gibt, die nur über technische Details - und nicht den Stil - als antik zu entlarven sind.
Verfasst am: 04. 02. 2013 [15:17]
astrofratz
Moderator
Dabei seit: 12.07.2010
Beiträge: 734
Zitat:
Das schreibt Jemand, der Paleoseti als Bild hat?



Ich weiß jetzt gar nicht was das mit Palaeoseti.de zu tun hat. Ich musste lachen über den Vortragsstil des Professors und konnte mir den auch nicht mehr antun, da war Feuerzangenbowle garnichts gegen.
Verfasst am: 06. 02. 2013 [13:38]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 147
Ich hatte deine Aussage falsch interpretiert. Ich dachte du beziehst dein Lachen auf die Kunstarchäologie allgemein. Außerdem hatte ich mir deine Seite nicht wirklich angesehen.

Habe mir deine Seite inzwischen (in kleinen Teilen) mal zu Gemüte geführt. Da musst du dir sicherlich viele Anfeindungen gefallen lassen. Wie lange sitzt du denn schon daran?
Verfasst am: 06. 02. 2013 [17:26]
astrofratz
Moderator
Dabei seit: 12.07.2010
Beiträge: 734
Die Seite gibt es seid 2010. Die Idee schon recht lange, schon zu Zeiten meines Studiums.
Anfeindungen nur von totalen Dösbaddeln die einfach nicht wahrhaben wollen was da steht. Mir geht es primär darum den Staub aus der Präastronautik zu klopfen und zu schauen was übrig bleibt.
Zumindest will ich zeigen, warum sich Wissenschaftler nicht mit diesem oder jenem Thema befassen. Eben weil sie es schon oft genug getan haben oder es manchmal so dermaßen hirnrissig ist, dass es keinen Sinn macht.

Ist halt mein Hobby. Und ja, ich hab Däniken schon getroffen und ihn als verbitterten, alten Griesgram kennengelernt. Anders als er sonnst so dargestellt wird.



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