23.05.2012 - 23:41:17
Kooperation
Thema mit vielen Antworten

Schraube aus Ton?


Autor Nachricht
Verfasst am: 15. 02. 2012 [11:01]
Melchior
Experte
Dabei seit: 13.06.2011
Beiträge: 146
Ohne Kasperltheater und Faschingsbezug? Aber gern, wir lassen gerne das

und das

weg und gelangen in diesem Forum so zu einer Laune die der in einer Bundeswehramtsstube gleicht. Stillgestanden!

harte Forderungen, so nach drei Tagen im Forum...
Verfasst am: 15. 02. 2012 [11:12]
hns
Experte
Dabei seit: 23.08.2006
Beiträge: 370
"Granit" schrieb:

also hns formt selber Tonschrauben und brennt sie.
Nur damit seine Blumentröge unten dicht sind.
Und das soll man ihm glauben?

Nein, darf man, muß aber nicht. Eine eigene Meinung zu entwickeln ist immer gut.
Zitat:

hns: bist du Töpfer, Archäologe oder Komiker?
Von allem ein bischen, aber auch noch anderes. Siehe auch Antwort in der anderen Diskussion.

-- hns
Verfasst am: 15. 02. 2012 [11:21]
Melchior
Experte
Dabei seit: 13.06.2011
Beiträge: 146
Aber jetzt mal im Bierernst. Blumentopfverschluss klingt von der Verwndung, von der Beschaffenheit der Schraube ganz gut. Denken sie doch einfach die Konstruktion durch: Sie haben eine Schraube aus Irdenware. D.h. nicht aus Porzellan, womit sich eine Verwendung in elektrischen Anlagen anbieten würde. Wie sie an den Beschädigungen sehen können ist diese Schraube nicht besonders hart gebrannt und nicht glasiert. Der Schaft ist kurz und in etwa so breit wie lang. Sie ist grobgewindig. Durch ihre Maße und das Gewinde ist sie also nicht für große Drücke ausgelegt. Das würde sie nicht aushalten. Der Kopf hat keine Einkerbungen, sie wird also nicht mit einem Werkzeug, sondern mit der Hand eingedreht. Der Kopf ist flach und breit. Sie soll also nicht weit über dem Eindrehort herausragen.

Zusammenfassung: Einfache Keramikschraube, handbedient. Nur für geringe Drücke geschaffen, durch das ungleichmäßige einfache Aussengewinde nicht dafür vorgesehen in ein vorgefertigtes Innengewinde gedreht zu werden. Hier ist an die Verwendung in einem einfachen Bohrloch zu denken. Schraube verschwindet im Untergrund und ragt nur wenig hervor. Durch den flachen Kopf kann auch kein hoher Gegendruck beim einschrauben erwartet werden, da das einschrauben von Hand funktioniert. Im übrigen bietet der Kopf einen breiten Rand zum Gewinde hin, hier wäre also Platz für dichtung, muss allerdings nicht.

So kommen wir der Lösung doch näher, oder?

Zur wissenschaftlichen Lösung des Falles: Dies ist ein Onlineforum und keine Wissenschaftstagung. Wenn du mal andere Threads lesen würdest könntest du sehen dass es hier nicht wie auf einen DFG-Kongress zugeht, sondern heir jeder mit seinem Wissen beiträgt. Das heisst aber nicht dass hier alles Profis sind und schon gar nicht dass die Kommentare professionell sind. Dementsprechend darf auch der Ton sein der hier gepflegt wird. Ein bischen Kasperltheater und Faschingsbezug darf drin sein. Es soll interessant sein und Spaß machen. Wir sind hier ja nicht zum peitschenernsten Bestimmen von Funden Mitglied.
Alaaf! (Morgen gehts los, ich freu mich!!)

Gruß

Melchior





[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.02.2012 um 11:25.]
Verfasst am: 15. 02. 2012 [12:16]
Granit
Routinier
Dabei seit: 13.02.2012
Beiträge: 79
Stell doch mal ein Foto von deinen selbst aus Ton gemachten Schrauben ein, hns.
Verfasst am: 15. 02. 2012 [14:16]
t.jordan
Admin
Dabei seit: 27.07.2000
Beiträge: 22
Wenn mir auch Blumentopfverschluss als die eigentlich »originellere« Variante erscheint, so möchte ich doch die Variante eines neuzeitlichen Flaschenverschlusses in den Ring werfen.

Auf der Website plopsite.de findet man recht ähnlich aussehende Porzellanverschlüsse aus dem 18. Jahrhundert.

Grüße
Thilo

Thilo Jordan :: Redaktion Archäologie Online
Verfasst am: 15. 02. 2012 [15:51]
Melchior
Experte
Dabei seit: 13.06.2011
Beiträge: 146
Unsere Spur geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Allerdings stört mich, dass auf unserem Exemplar so ein deutliches Gewinde ist. Auf der ploüpsite gibt es zwar auch einige einfache Gewinde, jedoch mit max. 1-2 Umdrehungen. Die Sachen gehen ja eher in Richtung Pfropfen oder Bügelverschluss. Einige haben auch einfache Gewinde, die kenne ich aber von Likörflaschen, wo um den Pfropfenschaft noch gummi/Kork aufgestülpt ist und dem durch das Gewinden halt gegeben wird.
Aber: ich kann es (noch) nicht ausschliessen!

Gruß

Melchior
Verfasst am: 16. 02. 2012 [08:19]
Granit
Routinier
Dabei seit: 13.02.2012
Beiträge: 79
"t.jordan" schrieb:

Auf der Website plopsite.de findet man recht ähnlich aussehende Porzellanverschlüsse aus dem 18. Jahrhundert.

Danke, das sind gute Beispiele dafür, was es gewesen sein könnte. Solange es keine identischen Stücke mit eindeutigem Zeitbezug gibt, kann das Fundstück 50-? Jahre alt sein.



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