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Scherbe gefunden. Eventuell römisch.


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Verfasst am: 23. 07. 2011 [21:52]
traubensaft2
Beginner
Themenersteller
Dabei seit: 23.07.2011
Beiträge: 5

Hallo,
ich habe eine Scherbe gefunden und würde gerne wissen ob das Ramsch ist oder nicht.

Fundort: Auf der Filderebene bei Stuttgart. Völlig auf dem Land. Bei uns gabs bis vor ca. 1000 Jahren nur Wald. Anschließend gabs nur Bauern, bis heute. Eine Römischer Hof befand sich ca. 20 km Luftlinie entfernt. Ich habe in einem Flussbett nach Versteinerungen gesucht und bin dann darauf gestoßen.

Warum gehe ich davon aus das es römisch ist? Ich habe wenig Ahnung weiß aber, dass die Volute wohl für die Römer üblich war (Die Römer hatten ja diese einfachen Ionischen Säulen). Für die heutige Zeit ist mir das Stück zu klobig...weshalb ich auch eher auf Älter tippe.

Material: Das Stück hat auf jeden Fall eine Lasur oder ähnliches. Die Bruchkanten sind Weiß (sind noch ein wenig schmutzig). Was genau für Material vorliegt weiß ich nicht.


Gemeldet habe ich den Fund nicht (war ja erst heute) außerdem weiß ich ja nicht was es ist...nachher lachen die mich aus wenn ich da mit nem Stück von einem alten Nachttopf oder so auftauche...

Auf jeden Fall bin ich mal gespannt was ihr mir dazu sagen könnt. Falls noch infos fehlen einfach schreiben.
Dateianhang

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Verfasst am: 24. 07. 2011 [15:34]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 114
Die Scherbe ist m.E. keines Falls römisch.

Es ist Glasurkeramik, die die Römer nicht produzierten.
Man müsste die Qualität der Glasur und des Scherbens prüfen. Sowie die Härte der Bruchstellen um sicher sein zu können, aber das ist in jedem Fall nachantik.

Verfasst am: 24. 07. 2011 [15:36]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 114
Wer ordentlich liest ist klar im Vorteil. Für Lasur gilt dasselbe wie Glasur.
Verfasst am: 26. 07. 2011 [06:07]
brabakbw
Amateur
Dabei seit: 04.02.2008
Beiträge: 36
Sieht für mich auch nicht römisch aus. Würde es eher frühneuzeitlich verorten. Aber ich tue mich bei Ferndiagnosen auch schwer.

Vielleicht wäre es möglich, den Scherben nochmals größer aufzunehmen?
Verfasst am: 26. 07. 2011 [10:29]
Gipiemme
Amateur
Dabei seit: 29.04.2011
Beiträge: 20
Fundort Fildern? Da läge die Ludwigsburger Porzellanmanufaktur nicht weit. Dort wurde auch viel Klassizistisches produziert. Weiße Bruchkanten würden für Porzellan sprechen. Bildersuche hilft, es gibt aber auch viel Literatur über LB-Porzellan.

Zerscherbt kam das Zeug auf den Mist und so auf die Felder.

Glasierte römische Keramik gibt es sowohl in der frühen Kaiserzeit als auch in der Spätantike. Die Glasuren sind aber meist grünlich bis gelblich und können in aller Regel von jüngeren unterschieden werden. Eine wirkliche Expertise muss aber am Original erfolgen.

Roma aeterna
Verfasst am: 26. 07. 2011 [15:19]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 114
"Gipiemme" schrieb:

Glasierte römische Keramik gibt es sowohl in der frühen Kaiserzeit als auch in der Spätantike. Die Glasuren sind aber meist grünlich bis gelblich und können in aller Regel von jüngeren unterschieden werden.


Sog. Glanztonkeramik, die oftmals mit Glasur verwechselt wird, gibt es natürlich. Doch wird diese anders produziert und unterscheidet sich aufgrund des Herstellungsprozesses von Glasur.
Verfasst am: 26. 07. 2011 [15:46]
Gipiemme
Amateur
Dabei seit: 29.04.2011
Beiträge: 20
Das ist absolut richtig. Bei der Glanztonware wird das fertige Gefäß vor dem Brand mit einem fein geschlämmten Tonschlicker überzogen. Ich habe aber von Ware mit Bleiglasur geschrieben, die sowohl im 1. als auch im 4./5. Jh. sehr beliebt ist.

Roma aeterna
Verfasst am: 28. 07. 2011 [12:46]
p.b.
Experte
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 114
Seltsam...ich arbeite viel mit römischer Keramik in der südlichen Mittelmerregion....

Bleiglasur ist mir vor dem 5. Jh. n. Chr. noch nicht begegnet. Kannst du mir Literatur zu der früheren nenne. Würde mich gerne in diese Richtung informieren.
Verfasst am: 28. 07. 2011 [15:28]
Gipiemme
Amateur
Dabei seit: 29.04.2011
Beiträge: 20
H. Gabelmann, Zur hellenistisch-römischen Bleiglasurkeramik. Jahrb. DAI 89, 1974, 260-307.

A. Hochuli-Gysel, Kleinasiatische glasierte Reliefkeramik (50 v. Chr. bis 50 n. Chr.) und ihre oberitalischen Nachahmungen (Bern 1977).

H. Lange, Bleiglasierte figürliche Balsamarien aus Mittelgallien. Kölner Jahrb. 36, 2003, 207–295. (in Gallien hergestellt, 1. Jahrhundert n. Chr.)

Im südlichen Mittelmeerraum kann es natürlich anders aussehen, das weiß ich nicht. Die Literatur, die ich dazu kenne, gilt für Kleinasien, Oberitalien und das Gebiet nördlich der Alpen. Hoffe, das hilft trotzdem weiter. Grüße!

Roma aeterna
Verfasst am: 28. 07. 2011 [21:43]
traubensaft2
Beginner
Themenersteller
Dabei seit: 23.07.2011
Beiträge: 5
Ich werde am WE noch ein paar Detial Bilder reinstellen. Wo soll ich denn nach Bildern der Ludwigsburger Manufaktur suchen? Ich habe so allgemein im Netz mal geschaut aber viel findet man da ja nicht. Gibts da irgendwelche Bildarchive?



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