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Atlantis in Spanien entdeckt?


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Verfasst am: 21. 03. 2011 [22:41]
Proklos
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Beiträge: 17
Atlantis-Newsletter 36: Prof. Freund - Donana/Spanien

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen ging durch die Medien, dass ein gewisser Prof. Richard Freund in einer Sendung auf dem National Geographic Channel vom 13. März 2011 die Auffindung von Atlantis im Donana Nationalpark in Südspanien verkündet haben will. Was ist davon zu halten?

########## Freunds Thesen ###########

[...]

Hier die offizielle Pressemitteilung von der Uni Hartford:
http://www.hartford.edu/news/press-r...gAtlantis.aspx

Hier ein Video von der Uni Hartford, man sieht dort den Stein mit dem Krieger:
http://www.youtube.com/watch?v=ycKF-bOGnUA

Hier die Homepage zur Sendung auf dem National Geographic Channel:
http://channel.nationalgeographic.co...-4982/Overview

############ Kurze Kritik ###########

Zentral fällt auf, dass Freund seine Vorgänger und Kooperationspartner in der Forschung vor Ort unterschlägt: Rainer Kühne, Werner Wickboldt und spanische Forscher. Die Spanier beklagen sich nun, dass Freund nur kurz an ihrem Projekt teilgenommen habe, und sind jetzt überrascht, dass er nun plötzlich mit so unhaltbaren Thesen an die Öffentlichkeit gehe.

Die aufschlussreiche Kritik der Spanier findet sich hier:
http://www.telegraph.co.uk/news/worl...-wetlands.html

Was die Schild-Darstellung anbelangt, so teilte mir Werner Wickboldt mit, dass [...]


############ Wer ist Freund? ############

Die Universität Hartford macht ihrer Homepage folgende Angaben zu Freund:

"Freund, Richard Ph.D., Jewish Theological Seminary. Director of the Maurice Greenberg Center for Judaic Studies. Related Research and Teaching Interests: The Archaeology of the Land of Israel, Biblical Studies, Jewish Ethics and Philosophy. Academic Discipline: History."
Quelle: http://www.hartford.edu/greenberg/faculty.asp

Es handelt sich also um einen "echten" Universitätswissenschaftler, einen Historiker, der nach Angaben der Presse schon etliche Ausgrabungen in Israel geleitet hat. Also auch einen "echten" Fachmann.

####### Woher die oberflächlichen Thesen? ######

Des ganzen Rätsels Lösung ist, dass Freund ein Vertreter der maximalistischen Bibel-Interpretation ist. Das bedeutet, dass er die Erzählungen der Bibel möglichst wörtlich nehmen und in der Realität bestätigt sehen möchte. Der Gegensatz dazu wären die sogenannten Minimalisten, die die biblischen Darstellungen als theopolitisch motivierte Texte interpretieren, deren historischer Gehalt eher klein ist.

Der beste Beleg für Freunds Haltung ist der folgende Artikel:
http://jhvonline.com/archaeology-as-...-p5813-220.htm

Hier kann man auch sehr schön sehen, wie seine wissenschaftliche Motivation von einer religiösen Motivation überlagert ist, er sagt über die Texte der Bibel: "... it matters that they have a sense of authenticity to them. If it�s all-symbolic, then at the end of the day, what does [the Bible] really provide you?"

Für diese Haltung wird Freund in der Wissenschaftsgemeinde heftig kritisiert. Hier eine vernichtende Rezension eines seiner Werke durch Prof. Eric H. Cline:
http://www.bib-arch.org/reviews/revi...-the-bible.asp

Laut der Kritik der Spanier kam Freund zum Donana-Projekt wegen seines Interesses an Tartessos, das angeblich Handel mit dem angeblichen Königreich von Salomo trieb. Das ist die Verbindung! Dass Freund mit Tartessos nun gleich auch Atlantis gefunden haben will, passt offenbar zu seinem Verständnis alter Texte, die er sehr wörtlich zu nehmen pflegt.

Prof. Richard Freund ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass universitäre Wissenschaft sehr unwissenschaftlich sein kann.

########### Tipp #############

Wer etwas über die Interpretation der Bibel lesen möchte, sollte folgendes Buch lesen, das den aktuellen Stand der wissenschaftlichen (minimalistischen) Forschung wiedergibt:
http://www.amazon.de/Keine-Posaunen-...dp/3423341513/
Die dort geäußerten Grundeinsichten über die Interpretation alter Texte und ihre Verbindung zur Realität kann man mehr oder weniger direkt auf die Frage nach Atlantis übertragen.

Damit ist diese Aufregung nun auch aufgeklärt!

Viele Grüße
Thorwald C. Franke


Der Atlantis-Newsletter wird versendet von
http://www.atlantis-scout.de/

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 21.03.2011 um 22:43.]
Verfasst am: 03. 06. 2011 [13:56]
WolfThom
Novize
Dabei seit: 03.06.2011
Beiträge: 3
Tatsächlich gibt es außer Tartessos in Spanien (wurde auch schon auf Sardinien vermutet) im Schwemm-Delta eines Flusses als Tarsisch der Bibel noch einen möglichen alttestamentarischen Atlantis-Kandidaten:

HENOCHIA...die erste gegründete Stadt der Menschen im Westen.
Ferner sei eventuell auf die Cyrenaika Libyens und die Amazonen bzw. Amazigh, also Berber, nach Diodor von Sizillien hingewiesen.

http://www.myrine.at/Amazons/1372210d.html

Siehe auch matrilinearen Kykladen-Kulturen und Malta.
In Ägypten gibt es die Sage von der im Westen versunkenen Insel KEFTIU, auf der einer der Träger des Himmels stand...was an den Himmelsträger Atlas bzw. eventuell das Atlas-Gebirge denken lässt. Auch auch die minoische Kultur auf Kreta mit Thera/Santorin als Vulkan oder auch Sizillien mit dem Ätna, der als eine der 4 antiken Säulen des Himmels galz.




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