Unbeantwortetes Thema

Platon und die Pythagoreer


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Verfasst am: 28. 01. 2010 [18:32]
Restitutus
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Ich gliedere dieses Thema einmal aus dem "Indizienbeweis"-Thread aus. Bitte beachtet, dass ich im Folgenden zunächst nur frei spekuliere:
Antwort auf:
Zitat:
V. Pythag. name for ten, Theol.Ar.59. [[url "http://www.perseus.tufts.edu/hopper/morph?l=a%5Etl&la=greek&prior=te"]α^τλ[/url] A.Fr.l.c.]

Also Atlas = 10, die heilige Zahl der Pythagoreer. Und wir haben 10 Könige! Da Platon sehr stark von Pythagoras beeinflusst war, ist das vielleicht der richtige Deutungsansatz??? Hatten die Pythagoreer eine besondere Affinität zu Zwillingen?

Antwort auf ...Ob die Pythagoreer weiß ich nicht, aber die Griechischen Mathematiker beschäftigten sich schon intensiv mit Zahlentheorie.

Ich habe mich im Web ein bisschen schlau gelesen und entdeckt, woher das stammt. Ein Neuplatoniker namens Nikomachos hat festgehalten, dass die Pythagoreer (ähnlich wie die Babylonier es getan haben) die Zahlen von 1 bis 10 mit verschiedenen göttlichen Begriffen und Eigenschaften versahen. Für jede Zahl nennt er eine beträchtliche Namensliste von Codifizierungen. Der oben zitierte Wörterbucheintrag ist nicht ganz korrekt, denn der Name Atlas wird in dieser Liste sowohl der 10 als auch der 1 beigemessen. Der 1! Platons Atlas ist bekanntlich der Erstgeborene...!

Das drängt mir eine Überlegung auf. Könnte es sein, dass alle zehn Könige von Atlantis nach dieser Zahlenmystik verklausuliert sind, dass die Jungs also eigentlich einfach Erster, Zweiter, Dritter heißen? Die Anordnung zu Zwillingspaaren könnten dann auf dem Ausgleich beruhen, die die Pythagoreer stets für gerade und ungerade Zahlen anstrebten (vgl. Krit. 119d, wo "die geraden und ungeraden Zahlen gleichermaßen zu ihrem Recht kommen sollen"05-icon_wink.gif. Ich gebe hier zunächst einmal zwei Quellen für Nikomachos:

http://www.sacred-texts.com/eso/nop/nop11.htm
http://books.google.de/books?id=5j0tQCKwpnMC&printsec=frontcover&source=gbs_navlinks_s#v=onepage&q=&f=false

Nehmen wir dazu die Könige, wie K. A. Frank sie übersetzt:

2 Eumelos = reich an Schafen/Äpfeln
3 Ampheres = Ringsum gefügt (LSJ: fitted on both sides, well-fitted)
4 Euaimon = kundig, klug, wohlerfahren, verständig
5 Mneseus = sinnend, trachtend
6 Autochthonos = Erdgeboren, erdentsprossen; Ureinwohner
7 Elasippos = Stürmer zu Pferde; Angreifer, Anstürmer (LSJ: horse-driving, knightly)
8 Mestor = Ersinner, Kundiger, Bereiter, Berater
9 Azaes = trocken, heiß, dürr (áza = Hitze, Dürre)
10 Diaprépes = Glänzend, strahlend (fig.: hervorragend, ausgezeichnet)

Bei Nikomachos fällt mir spontan folgendes auf:

  • Der Zahl 9 sind u. a. Prometheus und Vulcanus bzw. Hephaistos zugeordnet, beides Götter des Feuers - und Azaes ist der Heiße!
  • Die Zahl 10, die Tetraktys, ist natürlich die heilige, hervorragende Zahl der Pythagoreer.
  • Die Zahl 7 ist u. a. Agelia benannt, eine Ableitung von agelai "Herden". Die Entsprechung zu Eumelos?
  • 3 ist "the cause of good counsel, intelligence, and knowledge" - passend zu Euaimon, Mneseus oder Mestor?

Ich gebe zu, dass das noch nicht ausreicht, um daraus eine Hypothese zu entwickeln. Insbesondere missfällt mir, dass 7 und 3 sich nicht in die Reihenfolge der zehn Könige einfügen wollen. Aber vielleicht ist das eine Spur, die sich weiter zu verfolgen lohnt?










„Als Antoninus ist mein Heimatland Rom. Als Mensch ist es das Universum."
- Marcus Aurelius Antoninus, römischer Kaiser




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