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Modernste Kreissägen im Altertum?
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Verfasst am: 19. 12. 2011 [20:57]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Natursteinbearbeitung Mich würde an dieser Stelle einmal folgendes interessieren: Was glaubt ihr?: Wieviele der ArchäologInnen, ÄgyptologInnen, Alternativ- Grenz- und sonstigen WissenschaftlerInnen und ForscherInnen (ob Laie, Amateur, privat forschender, Heimatforscher, etc. - oder wie auch immer es benannt wird oder werden sollte), die sich mit historischer Naturwerksteinbearbeitung auseinandersetzen, verfügen auch tatsächlich über eigene Praxis in der Natursteinwerksteinbearbeitung? Das zu wissen wäre m.E. auch sinnvoll und interessant für die in diesem Thread stattfindende Diskussion zum Thema, das ich folgendermaßen auf den Punkt bringen möchte: "Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Natursteinbearbeitung mit gerne sogenannten "primitiven" Mitteln.". Mir begegnet diese Thematik in Nuancen immer wieder, und mittlerweile immer wieder muss ich mich fragen, was die ganze Diskutiererei z.B. über "Hochtechnologien wie z.B: Plasmabrenner o.ä. in der Antike" überhaupt soll. Interessant in diese Fragerichtung wäre es dann natürlich auch, zu erfahren, auf welche Art von Material/ien sich die Erfahrungen beziehen; und auch der Umfang der Erfahrungen spielt natürlich eine Rolle. Eine grobe Unterteilung zur einfacheren Beantwortung sind z.B. die drei Klassiker: Magmatite, Sedimentite und Metamorphite... Vieles wird gerne als Argument, bzw. sogar gerne als sogenannter Beweis für bestimmte Untermauerungen von Theorien angenommen. Aber was meint ihr? Wieviele der Theoretiker sind auch Praktiker und können aus eigener Erfahrung darüber berichten, "was geht und was nicht" im Bereich der Naturwerksteinbearbeitung? Und noch eine Frage wäre m.E: ebenfalls interessant: Was meint ihr, wieviele der z.B. in der Antike Naturwerkstein verarbeitenden Menschen litten z.B. unter Verschleisserscheinungen an den Gelenken und Sehnen; an teilweiser oder gänzlicher Erblindung oder anderen Sehschäden; an Staublunge; an Schnitt- und Hiebverletzungen; an Einsplitterungen, die als typisch für Naturwerkstein Verarbeitende angesehen werden können? Hätte es damals Schutzbrillen für Plasmabrenner etc. gegeben, hätten die Leute natürlich wohl auch einfache Schutzbrillen gegen Gesteinssplitter etc. gehabt. [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.12.2011 um 21:07.] |
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Verfasst am: 17. 01. 2012 [18:01]
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kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1384
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Hallo Vinzenz, ich lese gerade Deinen Kommentar zum Thema.
Egal, ob sich Agyptologen oder Laien mit einem solchen Thema auseinandersetzen, es ist dazu nicht notwendig selbst Steine zu bearbeiten. ( allerdings auch kein Nachteil ) Überall in der Wissenschaft muß man sich auf Forschungsergebnisse von Anderen stützen und das kann man hier auch. Ich will das jetzt nicht alles wiederholen, aber im Thread findest Du die entsprechenden Hinweise. Jeder, der für eine wissenschaftliche Arbeit recherchiert muß sich z.Bsp. auf angegebene C14 Messungen oder sonstige Laboruntersuchungen verlassen, ohne diese selbst machen zu können oder gemacht zu haben. Es gibt zum Thema Steinbearbeitung Darstellungen aus der Antike, es gibt entsprechende Spuren in den Steinbrüchen, es gibt die Doleritkugeln und Versuche mit diesem Werkzeug, es gibt Versuche mit Sand und Rohr bezüglich Kernbohrung und letztlich Versuche mit Kupferblatt und Sand zum Sägen und Schleifen von Granit. Mögliches und Unmögliches wurde also im Experiment getestet und dabei ist es wurscht, ob ich das selbst gemacht habe. Wichtig ist für meine Argumentation, dass die Arbeitsvorgänge auf den alten Darstellungen möglich und bestätigt sind und das sowohl bei Sand-u.Kalkstein wie auch beim Granit. Viel interessanter wäre für mich, was Du zu den beiden unten gezeigten Bildern, bzw. der Steinbearbeitung (Granit) sagst. Gruß Kurti [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.2012 um 18:07.] |
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Verfasst am: 17. 01. 2012 [20:31]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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Hallo Kurti und Danke für deine Argumentation! ![]() ![]() ![]() Dass die geschilderten Steinbearbeitungsmöglichkeiten nicht nur nachweisbar sondern auch möglich sind steht für mich außer Zweifel. Im Grunde ist es ja das, worum es mir auch ging mit meinem Beitrag. Es ist nicht mein Interesse, den Wissenschaftlern und Forschenden, die sich gut auskennen, generell mitzuteilen, dass sie nochmal die fachpraktische Schulbank drücken sollen. Im Gegenteil. Ich finde lediglich, dass, wer sich mit speziellen Themen befasst, sich gut auskennen sollte mit den Möglichkeiten, oder im Idealfall selbst ausprobiert und erfahren hat. Und natürlich wäre es wünschenswert, wenn auch Fachpraktiker mehr Chancen hätten, ihr Wissen einzubringen. Ich habe hier im Forum ja mehrmals betont, dass mir der wissenschaftliche Ansatz zum Thema Archäologie und z.B. Ägyptologie sehr gut gefällt und ich diese Art des Forschens auch sehr wichtig finde. Mein Beitrag von damals war ein wenig provokativ geschrieben und das war Absicht. Er richtet sich eigentlich gegen jene Menschen, die mit fragwürdigen Theorien um sich schießen und über dürftige Hintergründe zu verfügen scheinen. Siehe z.B. geometrische Deutungen von Landschaften im Maßstab 1 : unglaublich groß. Er richtet sich aber auch gegen Wissenschaft, die vielleicht ein wenig sehr zurückhaltend, unflexibel und auch unoffen zu sein scheint für interessante Erweiterungen, wenn sie fachfremd und undiplomiert von Außen kommen. Viele Extremtheoretiker aus bestimmten Bereichen machen mit Ihren Theorien "Ihr Ding" um der Theorie willen, aber das weisst du ja. ![]() ![]() ![]() Damals, als ich als Neuer ins Forum gekommen bin, war das Thema schon sehr gewachsen und ich hatte mir nicht die Mühe gemacht alles zu lesen. Inzwischen habe ich sogar festgestellt, dass es in der Formulierung des Thema-Kerngedankens wohl eine inhaltliche Korrektur gegeben hat. Hätte ich das vorher gewusst, wäre mein Beitrag vielleicht anders ausgefallen. Dazu gäbe es noch mehr zu sagen, aber ich glaube das reicht jetzt auch so. Damals war ich neu im Forum und inzwischen habe ich auch andere Einblicke in die Forums-Kommunikation gewonnen. Deine Frage zu den Fotos finde ich interessant. Aber auf was genau willst du hinaus? Ich sehe auf den Fotos Steinblöcke, die vermutlich mit heutzutage sogenannten "primitiven Mitteln" bearbeitet worden sein dürften. Vermutlich eben besagte Dioritkugeln oder ähnliches. Vor einigen Wochen habe ich diesbezüglich etwas interessantes ausprobiert. Mit einem stinknormalen Kieselstein entsprechender Größe (mehr als faustgroß, entweder als loser Stein, oder auf einen Stiel befestigt) lässt sich z.B. Ibbenbürener Sandstein relativ bequem, wenn auch aufwändig bearbeiten. Es ensteht dabei von der Methode her eher eine "Zerkörnerung" der Oberfläche als ein sogenanntes "Wegmeisseln". Bei der Arbeit mit einem solchen "Steinhammer" dürfte also eine ähnlich geartete Oberflächenstruktur entstehen wie bei den mit Dolerit-Kugeln bearbeiteten Oberflächen der Antike; je nachdem, ob nachträglich geschliffen wird oder nicht. Die Blöcke auf den gezeigten Fotos verfügen über eine interessante Randbearbeitung, die verschiedene Gründe haben kann, ich schaue mir das jetzt aber nochmal genauer an. Herzliche Grüße, Vinzenz P.S.: Nachtrag, nachdem ich mich intensiver meine Gedanken zu deiner Frage gemacht habe: Mir scheint die Wahrscheinlichkeit einer Rationalisierungsmaßnahme am wahrscheinlichsten zu sein. Weil die Oberflächen sehr wahrscheinlich nach der Verbauung ohnehin nachgearbeitet wurden, damit sich eine einheitliche Oberfläche mit schönen, deckungsgleichen Kanten hoher Genauigkeit ergeben konnte, haben die Alten Ägypter sich von vorne herein Arbeit erspart. Die Blöcke dürften zunächst weitestmöglich fertiggestellt worden sein, die "Sichkanten" wurden zunächst stehen gelassen. Das ist gleichzeitig ein guter Kantenschutz beim Transport, z.B. gegen unbeabsichtigte Ausbrechungen, sozusagen naturgegebene "Umverpackung" und beim späteren Nachbearbeiten wurden die eigentlichen Oberflächen auch an den Kanten- und Randbereichen der Blöcke angearbeitet. Sehr schlau und Rationell! Mit dieser Methode kann sehr viel Arbeitszeit eingespart werden! ![]() [Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 17.01.2012 um 21:21.] |
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Verfasst am: 18. 01. 2012 [00:07]
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ARFINDA1
Experte
Dabei seit: 18.09.2010
Beiträge: 313
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Hallo Vinzenz, Warum glauben Sie den, dass die Menschen in der Vergangenheit dümmer waren als Heute? Die heutigen Menschen sind ganz im Gegensatz sehr im Vergleich sehr Rückständig, als wehre die Zeit stehen geblieben. Ich mache diesen Vergleich sehr ungern, dennoch kann ich dies nicht zurückhalten. Im Dritten Reich bestand die Deutsche Bevölkerung aus 0,001% aus Ingeneuren, wehrend das Rest aus Fachidioten bestand, oder aus Menschen die das Rest der Welt als unterentwickelten Völker ansah und auf eine Befreiung durch die Deutschen warteten. Wir beschränken die Bearbeitung von harten Metallen und Steinen auf unsere heutigen Möglichkeiten. Glauben Sie, das saß Rad durch einen Zufall entdeckt wurde? Ich bin von einer Ingenieurleistung überzeugt. Alleine von einer Bilder o. Zeichensprache auf eine Keilschrift umzustellen ist eine größere Leistung als eine Kreissäge zu entwickeln, denn eine Töpferscheibe hat technisch alles, was man für einen Kreissäge braucht. Wie Fatal unser heutigen Denken ist, sehen Sie an einem Beispiel: Ein Bauer entdeckte beim Pflügen seines Feldes ein menschliches Knochen und alarmierte einen Hoca/Imam, denn er glaubte an einen Grab. Über einen solchen Grab Frucht anzubauen ist im Islam eine große Sünde und bringt Unglück. Der Hoca/Imam legte diesen Grab frei und entdeckte einen Riesenmenschen. Die Größe des Menschen war für ihn nebensächlich, trotz das dieser sehr groß sein musste. Er sah den Kopf gegen Mekka gerichtet und glaubte, das dieser ein Moslem war und daher max. 1400 Jahre alt gewesen sein kann. Nach meiner Berechnung liegt Mekka und das Sonnenaufgang (aus dieser Region) auf der gleichen Linie. Dem Imam interessierte diese Konstellation nicht, denn er kannte nur die Variante, das ein Moslem mit dem Kopf gegen Mekka begraben wird. Der Bauer zog einen “Wissenden” zu rate und ging von einem islamischen Begräbnis aus. Ich möchte damit sagen, dass unser heutiges Wissen kanalisiert und eingeschränkt ist. MfG ARFINDA1 |
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Verfasst am: 18. 01. 2012 [10:48]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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Hallo Arfinda1, lässt es sich vielleicht für dich einrichten, dass du die Zitate besser komprimierst? Ich finde übrigens, dass die Moderatoren dieses Forums ihre Arbeit ganz gut machen und bedanke mich herzlich dafür, dass sie diesen Forums-Raum mit soviel Zeitaufwand überhaupt für austauschinteressierte Menschen einrichten. ![]() ![]() ![]() Arfinda1... - was für ein Vergleich... ![]() ![]() ![]() Der zieht mir ja die Schuhe aus. Vor allem in der Argumentation, die folgt... Wie kommst du denn außerdem zu der Annahme, dass ich die Menschen der Vergangenheit für Dümmer halte? Da scheinst du etwas gründlich missverstanden zu haben. Was das Foto des "Riesen" angeht: Kein Kommentar. Mach dir doch bitte selbst die Mühe, das Originalfoto zu finden, das für diesen Scherz herhalten durfte. ![]() ![]() ![]() Deinen Standpunkt zu verändern, würde ja wohl ganze hier geschriebene Vorträge erfordern und möglicherweise am Ende möglicherweise doch nichts nützen, weil eine gesunde Basis für gesunde Argumente hier offensichtlich überhaupt nicht gegeben ist. ![]() ![]() Andererseits gibst du hier gute Gelegenheit, für all jene, die hier mitlesen, ein paar Argumente dagegenzuhalten, die ich für gesunde Argumente halte. Das wäre dann ein kleiner Beitrag zur Klarstellung. Zur Bereinigung der offensichtlichen Verwirrung, die über bestimmte Zusammenhänge zur Zeit weltweit herrscht. ![]() Ich muss mir aber erstmal noch überlegen, ob ich mir wirklich die Mühe machen will, mich auf deine Einstellungen und Argumente einzulassen. ![]()
![]() ![]()
Womit du meiner Meinung nach nicht einmal Unrecht hast. ![]() Wer und was aber wie und wo kanalisiert und eingeschränkt ist, das ist híer die Frage... Herzliche Grüße, Vinzenz [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.2012 um 10:52.] |
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Verfasst am: 18. 01. 2012 [20:58]
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kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1384
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@Vinzenz
Hallo Vinzenz, das ist eine sehr gute und schlüssige Erklärung die mir allerdings noch nie in der Fachliteratur begegnet ist. Durch Zufall bin ich über eine andere Seite von "Lah" gestolpert und dort ist Ähnliches an der Mauer von Persepolis zu sehen.
Es ist in der Tat so, dass es hier noch erheblichen Nachholbedarf gibt, denn es ist wirklich nicht viel was in Sachen Steinbearbeitung "erforscht" und wissenschaftlich dokumentiert ist. Es ist ja durchaus noch nicht überzeugend geklärt wie die Ägypter den Rosengranit brachen. Nach der Vorgehensweise wie beim sogen. "unvollendeten Obelisk" in Assuan hätte man jeden Quader aus dem Vollen hauen müssen. Eine andere Theorie ist, dass man Rinnen schlägt in denen man Feuer macht, um mit der Hitze den Stein zu sprengen. Eine Hitzebehandlung war auch meine ursprüngliche Idee bezüglich der Wülste. Am wahrscheinlichsten ist aber, und dafür spricht auch die wulstige Oberfläche der Blöcke, dass man natürliche Klüftungen durch Wollsackverwitterung nutzte. Die Bossierung der Quader an der Mykerinospyramide sprechen m.E. auch dafür. Trotzdem, so nichts genaues weiß man dennoch nicht. Vielleicht hast Du ja ein Ideechen. Gruß Kurti [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.2012 um 20:59.] |
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Verfasst am: 18. 01. 2012 [21:42]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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Hmmm... - was ja allerdings tatsächlich noch kein Kriterium ist. Vieles ist ja, wie du auch schreibst, noch nicht beforscht, oder es ist kein Geld zum Forschen da, oder Menschen mit Ideen sind nicht so bekannt oder können Fachliteratur aus verschiedenen Gründen noch nicht ermöglichen.
Ja, genau. Die wissenschaftliche Dokumentation ist sicherlich z.B. auch für viele Fachpraktiker das Problem... - ähem... - hüstel... ![]() ![]() ![]()
Hmmm. Sehr interessant und spannend. Ich ärgere mich auch regelmäßig dass ich keine hundert Tonnen Granit im Garten liegen habe um mal was auszuprobieren... Eine Hitzebehandlung kann ja immer auch in Frage kommen in Kombination mit anderen Methoden. Über das Thema will ich mir mal Gedanken machen, mich aber zuvor noch mit der Wollsackverwitterung auseinandersetzen. Ich habe darüber hier im Forum schon mal irgendwo gelesen, aber bin gerade nicht auf dem laufenden... ![]() ![]() ![]() Herzliche Grüße, Vinzenz [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.2012 um 21:44.] |
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Verfasst am: 19. 01. 2012 [07:40]
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Irminfried
Experte
Dabei seit: 16.09.2011
Beiträge: 308
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Moin, das wohl bekannteste Beispiel für Wollsackverwitterung an Granit ist in Deutschland das Felslabyrinth bei Luisenburg (Wunsiedel). Luisenburg In der Bretagne liegt ein ähnliches Gebiet bei Huelgoat... (sehr beeindruckendes Beispiel, bin dort schon des Öfteren gewandert) Huelgoat (Bretagne) Hier kommt man sich teils schon so vor, im Steigarten eines Riesen umherzuirren... Die ausgewitterten Blöcke sind teils ohne größere Weiterbearbeitung transportabel und relativ einfach (aus der Sicht des Steinbearbeitungslaien) in finale Form zu bringen. Gruß Irminfried Thüringen in den Grenzen von 530!
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Verfasst am: 19. 01. 2012 [09:48]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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Guten Morgen, Irminfried, grandiose Naturlandschaft! Das reizt zum Wandern! ![]() ![]() ![]() Das Tecklenburger Land ist - was das angeht auch eine Reise Wert: Auf den höhen des Hermannwegs auf alten Römerpfaden die Ergebnisse jahrmillionendauernder Erosionsprozesse bestaunen. Ich glaube auch hier sind sehr gute Exemplare der Wollsackverwitterung zu bestaunen. Allerdings nicht in Granit, sondern in Sandstein geformt. Ein Wander-, und Kletterparadies der besonderen Art!Siehe: Dörenther Klippen bei Ibbenbüren: [Quelle: deutsche Wikipedia: Artikel "Dörenther Klippen"; Version 11. Nov. 2011, 14:25]
Wie man sieht wussten die Menschen sich schon sehr früh zu helfen und das zu nutzen, was die Natur ihnen an Arbeit abgenommen hat. Viele Ideen bezüglich Natursteintransport und Bearbeitung könnten so überhaupt erst entstanden sein. Die Natur hat´s sozusagen auch vorgemacht... Herzliche Grüße, Vinzenz |
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Verfasst am: 19. 01. 2012 [12:06]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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Hallo Kurti, also aus der Ferne ist das mit der möglichen Wollsackverwitterung aufgrund von Fotos für mich schwierig einzuschätzen. ich war ja lieder bisher noch nie in Ägypten und hatte keine Gelegenheit das alles im Original zu bestaunen. Ich stelle mir das aber aufgrund der Örtlichkeiten so vor, dass in den einigen Tausend Jahren, die z.B. die Mykerinos-Pyramide auf dem Buckel hat, je nach Lage stellenweise auch einiges an Oberflächenverwitterung geschehen ist, Blöcke schon vor Brechung, Transport und Einbau teilweise über markante Oberflächen verfügt haben, die belassen wurden... Es sind sicherlich verschiedene Komponenten hier und da zusammengekommen, welche die zu bestaunenden Phänomene der Oberflächen erzeugt haben. Um mehr dazu sagen zu können, wäre es vielleicht ganz sinnvoll, sich eines Tages einmal vor Ort umzuschauen... Die Mauer von Persepolis ist insofern interessant, weil erhabene Kantenwulste von Steinblöcken so auffällig neben glatten, planen Böcken zu beobachten sind. Einer der Blöcke auf den Fotos der Seite, die über Persepolis berichtet, verfügt sogar über einen Buckel, der damals anscheinend stehengelassen wurde, und einfach in die (sieht aus wie gespitzt) Oberflächenstruktur eingebunden wurde. Vielleicht hatte das pragmatische und/oder auch ästhetische Gründe. Zum Thema Rosengranit habe ich mir ein paar Gedanken gemacht ob der verschiedenen Optionen, die rein theoretisch möglich - und teilweise auch bekannt sind. Ob die sich in der Realität auch umsetzen lassen... - Tja. Dafür bräuchte es wohl entsprechend viel Geld, Material und Zeit und Leute um einfach mal zu probieren... Von der Methode, Holzstämme quellen zu lassen, habe ich bisher nicht viel gehalten, wenn auch ich nicht behaupten könnte, dass es nicht geht. Gibt es da eigentlich ordentliche Beweis-Führungen, bzw. Experimente? Davon, dass in der Spalttechnologie und Materialbearbeitung auch Hitze, sprich Feuer zum Einsatz gekommen sein soll, halte ich sehr viel...
Dann wären die Wülste auch eine Art Kantenschutz gewesen, weil die Kanten ansonsten aufgrund der Hitzebehandlung weggebrochen wären?
Das klingt sehr plausibel.
Z.B. zum Thema Granit spalten habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht: Granit ist ja recht hart und auch sehr zäh. Beim Spalten kommt es also gefühlsmäßig natürlich auf eine große Krafteinwirkung beim Spaltungsprozess ein, jedoch auch auf andere Komponenten. Beispiel: Zum Spalten des Querschnitts eines Brockens Ibbenbürener Sandstein von Hand (Querschnitt über einen halben bis etwa einen dreiviertel Meter im Quadrat) habe ich damals während eines Schautages (gewusst wie - die eigene Spucke spielte auch eine Rolle) wenn ich mich richtig erinnere nur 3 oder 4 Setzkeile benötigt. Die Keilschlitze wurden von Hand mit einem Zweispitz ausgepickt, und die Setzkeile mit Spucke und entsprechender Luft vor der Keilspitze in die Keilschlitze gesetzt. Ob die Spucke, die vorher von mir in die Spaltkeilschlitze gespuckt wurde dabei nur Effekthascherei ist, weiß ich jedoch nicht, aber das ist mir damals so empfohlen worden. Das ganze Prozedere der Spaltung habe ich mir damals einmal zeigen lassen und dann hat es auch bei mir geklappt. Es brauchte dann nur ein paar ordentliche Schläge mit dem "Dickhammer"(Vorschlaghammer). Dabei gar nicht einmal besonders kräftig, sondern eher gezielt wohlverteilt auf die verschiedenen Keile. Steine spalten erfordert Feingefühl und sozusagen auch "musikalisches Gehör". Am Schlagton hören Erfahrene so einiges... ![]() Mit einem satten "Schmatzen" brach der Brocken schließlich nach einer beinahe theatralen Pause entzwei. Anschließend wollten einige Männer anderen Berufes es mir gleichtun... - mit dem Ergebnis, dass sie den Brocken eher zertümmerten, obwohl sie mit soviel Kraft auf ihm herumkloppten... "Gar nichts gegen andere ehrenwerte Handwerksberufe, aber: Wo rohe Kräfte sinnlos walten..." ![]() ![]() ![]() Es ist also wie gesagt weniger die Frage der Kraft denn eher der Technik und Erfahrung. Entscheidend ist ja bei Keilspaltung auch, wo die Keile angesetzt werden... Da Naturstein gute Wiederstandskräfte gegen Druckkraft aufbringt, aber Zugkräften relativ wenig entgegenzusetzen hat, sind mir noch ein paar Szenarien eingefallen, die vorstellbar wären, aber ihre Praxisreife erst einmal bewiesen werden müssten, falls das noch nicht geschehen ist. Granitoberflächen sind ja tatsächlich sehr anfällig gegen Hitze bestimter Temperaturen. Der Stein kann reißen, die Oberflächen (insbesondere auch Kanten) zermürben - eine Effekt, der bei sogenannten "geflammten Granitoberflächen" ästhetisch genutzt wird. Wird eine glatt polierte Granitoberfläche bei entsprechender Temperatur geflammt, platzen die Oberflächenpartikel schon ganz von selbst ab aufgrund der Oberflächenspannung und der Materialausdehnung; werden sogar zu gefährlichen heißen Geschossen. Für solche ästhetischen Granitveredelungen werden in der Regel jedoch sehr hohe Temperaturen verwendet. Haben die Alten Ägypter also Feuer verwendet, um z.B. Granit zu bearbeiten, war das eine Kunst, denn die Hitze muss an den richtigen Ort - und idealerweise nur an diesen - und in die richtige Position gebracht werden, damit Kanten, die eigentlich stehenbleiben sollen, nicht zermürbt werden und damit der Block nicht durch die Hitze Schaden nimmt, wohl möglich sogar reisst. Ein fiktives Beispiel, das denkbar wäre (ob das physikalisch und praktisch funktioniert... - wie gesagt...) Stellen wir uns einen vorbereiteten großen Brocken Rosengranit vor, aus dem Steinbruch herausgearbeitet mit Dioritkugeln. Nun soll der Block, der noch auf einem kleinstmöglichen Auflager liegt, vom Auflager abgespalten werden. Was passiert nun, wenn wir unter absichtlich stehengelassenen und wohlpositionierten "Granitstreben", bzw. -stützen ordentlich heisses Feuer machen? Genau so sehr denkbar wäre auch, nach Ausarbeitung wieder passgenaue Natursteinstücke einzuarbeiten und diese zu erhitzen. Die quasi "Spreiz-Segmente" dehnen sich wohlmöglich im Gegensatz zum Hauptblock stärker aus, als der Hauptblock. Aufgrund des theoretisch evtl. möglichen Kräfteungleichgewichts üben die Streben so einen ordentlichen Druck auf den eigentlichen Granit-Hauptblock aus. und ich glaube, solche Ausdehnungskräfte sind stärker als jeder Hammerschlag... - aber das Ganze ist wie gesagt eine zu erprobende Vermutung... Hitze dehnt Naturstein aus. Es entstehen immense Kräfte. Denken wir an die Wirkung von Setzkeilen im Hinblick auf deren Bewegungsspielraum. Hätten die Natursteinstreben; bzw- -stützen - gemäß dem Fall, dass sie sich stärker ausdehnen als der restliche Block - die Kraft, das Auflager des Blockes zu spalten, den Block quasi millimeterweise anzuheben? Eine andere fiktive Möglichkeit: Kupfer leitet Wärme sehr gut. Was könnte in folgendem Szenario geschehen? Werden die Ausdehnungskräfte des Kupfers ausreichen um den Naturstein zu spalten? Fiktives Beispiel: Dicke, stangenförmige und vorne abgeplattete Kupfermeissel werden in Spaltschlitze gesetzt und ordentlich angeschlagen. (Solche Meissel habe ich schon gesehen, allerdings nur in Dokumentationen, ich weiss auch nicht, ob sie aus Kupfer waren...) Um die langen, aus dem Stein herausragenden Rundschäfte der Meissel wird nun Feuer gelegt. Die Hitze des Feuers überträgt sich auf die Meissel, welche sich aufgrund ihrer Materialeigenschaften ausdehnen. Auch die Oberfläche des Natursteins dehnt sich aus. Gleichzeitig werden die Spaltkeile immer wieder nachgesetzt. Es kommt also theoretisch zu ordentlichen Spaltkräften, die sich addieren... Würden die Spaltkraft der Ausdehnung des Kupfers und das Nachsetzen der Meissel ausreichen, um den Granit zu spalten??? Die Frage wäre, wie sehr die Meissel dem permanenten Beschlagen standhalten würden. Wenn das funktionieren würde, wäre es sogar eine relativ bequeme Arbeit und es wären auch nicht Unmengen von brennbarem Material notwendig. Vom theoretischen und auch praktischen Ansatz her ist bekannt, welch ungeheure Spaltkraft Wasser hat, wenn es gefriert... Umgekehrt dürften also auch bei der Wärmeausdehnung starke Kräfte freiwerden... - aber sowas kann ich persönlich jedenfalls nicht berechnen. Eine weitere (bekannte) Variante wäre natürlich das pure Herumkloppen auf eingesetzten Spaltkeilen, ich halte die Alten Ägypter aber ehrlich gesagt für innovativer und schlauer. Vielleicht gibt es auch noch andere Möglichkeiten, aber die genannten wirken mir erstmal wie die plausibelsten... So. Das wären doch schon mal ein paar Ideechen, oder? ![]() ![]() ![]() Herzliche Grüße Vinzenz [Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 19.01.2012 um 12:15.] |
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Allerdings nicht in Granit, sondern in Sandstein geformt. Ein Wander-, und Kletterparadies der besonderen Art!
