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Modernste Kreissägen im Altertum?


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Verfasst am: 26. 11. 2009 [19:16]
hns
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Hier habe ich das Umgekehrte gefunden. Nämlich wo eine archäologisch nachgewiesene antike Steinsäge erstaunlich modern wirkt:

www.kvmyk.de/r_presse/presse2009/juni/presse_218.htm

Gut, das ist erst 1400 Jahre alt. Und wurde für Marmor verwendet. Und über das Sägeblatt wurde auch nichts gesagt. Aber der Hauptpunkt ist dass auch hier nasser Sand durch ein sich bewegendes Sägeblatt in den Stein einschleift. D.h. das Sägeblatt war NICHT mit Diamanten besetzt.

D.h. ich stelle mal für das Material des Sägeblatts zur Diskussion: (hartes) Holzbrett (regelmäßig erneuert), andere Steinplatte, Eisenplatte, Lederriemen...

Wie gesagt findet der eigentliche Sägeprozeß durch den Sand statt und das bewegte Teil muss den Sand nur bewegen und Druck in Sägerichtung aufbringen.

Und gleich eine erste Antwort:

In diesem Fachaufsatz www.klaus-grewe.de/Grewe.pdf (ab Seite 429) wird zunächst Plinius zitiert:
Zitat:
Doch wer auch immer als erster auf den Gedanken kam, ‹den Marmor› zu schneiden und aus Prunksucht zu teilen: er hatte einen unglücklichen Einfall. Das Schneiden geschieht mit Sand und hat den Anschein, durch das Eisen bewirkt zu werden, indem die Säge in einer sehr schmalen Linie auf den Sand drückt und durch bloßes Hin- und Herziehen ‹den Marmor› zerschneidet. Hierfür wird äthiopischer Sand bevorzugt; denn auch das kam noch hinzu, dass man ‹bis› von Äthiopien das herbeschaffte, womit man den Marmor schnitt, ja sogar aus Indien, von wo man Perlen zu holen nach den strengen Sitten ‹der Alten› als unwürdig galt. Der ‹indische› Sand wird als zweitbestes Mittel gelobt; weicher ist jedoch der äthiopische. Er schneidet, ohne rau zu machen, der indische glättet nicht in gleicher Weise, doch empfehlen die Fachleute, ihn in gebranntem Zustand zum Polieren des Marmors zu verwenden. Einen ähnlichen Fehler hat der Sand von Naxos und der von Koptos, der ›der ägyptische‹ heißt. Dies waren die alten Methoden zum Schneiden von Marmor. Später wurde ein nicht weniger empfehlenswerter ‹Sand› auf einer Sandbank des adriati- schen Meeres gefunden, die bei Ebbe bloßliegt, aber nicht leicht wahrzunehmen ist. Die betrügerische Absicht der Handwerker hat es übrigens schon gewagt, mit jedem beliebi- gen Sand aus allen Flüssen zu schneiden, eine Übervorteilung, die nur wenige bemerken. Der gröbere Sand reibt nämlich in breiteren Einschnitten, nimmt mehr Marmor hinweg und erfordert durch seine Rauheit mehr Arbeitsaufwand beim Polieren; auf diese Weise verlieren die geschnittenen Platten an Stärke. Zum Polieren des Marmors wird dagegen thebaischer Sand verwendet sowie der aus Tuff- oder Bimsstein gewonnene


Demnach wurde ein Eisen genommen um den Sand in den Stein zu drücken. Und ein sehr wichtiger Aspekt war die Auswahl des Sandes.

Im weiteren Verlauf des Aufsatzes werden verschiedene Rekonstruktionen diskutiert. Und mit einer wurden Experimente angestellt deren Ergebnisse m.E. gar nicht so anders aussehen.

Ach ja, noch etwas hatten unsere Ahnen was wir heute nicht haben: Zeit. Sie waren vielleicht froh wenn es 1 Monat für einen Schnitt gebraucht hat, den wir heute in wenigen Minuten hinbekommen.


-- hns
Verfasst am: 26. 11. 2009 [20:06]
LAH
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Zitat:
Der Wulst dürfte wohl der Rest des gewachsenen Felsens nach oder bei nicht vollendeter Bearbeitung sein. Das ganze Stück ist ja offensichtlich eine Mauerattrappe.
Das habe ich jetzt nicht verstanden. Der Stein ist schon echt:
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20hp2lq.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-13-13hr39y.jpg

Noch ein interessantes Beispiel:
http://img2.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20hao4y.jpg
http://img2.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20hatd7.jpg
http://img2.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20hrpzq.jpg
Da wurde ein Stück Dioritfels angefräst und abgespalten:
http://img2.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20h9t1q.jpg
http://img2.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20hjshr.jpg
http://img2.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20h8qe5.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20h95mx.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20ha17v.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20hr2ww.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20h72to.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20ha4fd.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20h538o.jpg
http://img1.abload.de/img/vlcsnap-2009-11-25-20hl4yr.jpg
Verfasst am: 29. 11. 2009 [17:41]
LAH
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Gibt es keinen kompetenten Steinmetz, der mir das erklären kann?
Das kann doch nicht so schwer sein.
Zitat:
Ich beschäftige mich nun seit zwei Jahren mit der Hartsteinbearbeitung auch im praktischen Versuch. Es ist mir nicht gelungen, mit einer Kupfersäge und Sand auch nur einen Millimeter in Granit einzudringen. Ich habe das wirklich stundenlang versucht. Das heißt aber nicht, dass es mit anderen Materialien nicht möglich war. Daher auch meine Kritik an den gegenwärtig vorgestellten Methoden.
Natürlich ist Kupfer dafür völlig ungeeignet.
Außerdem würde mich interessieren, wie man Granit so bearbeiten kann:
http://lah.ru/expedition/egypt2008/karnak/karnak09.jpg
http://img268.imageshack.us/img268/8977/pict0134jf.jpg
Wer sich wirklich Zeit nimmt, macht solche Fehler nicht:
http://img264.imageshack.us/img264/1126/72547145.jpg
Das ist doch keine Handarbeit:
http://lah.ru/expedition/egypt2007/karnak/01996.jpg
Dafür benönigt man eine Säge:
http://img686.imageshack.us/img686/7407/vlcsnap2009111002h05m56.png
Basalt:
http://img338.imageshack.us/img338/7407/vlcsnap2009111002h05m56.png
http://img109.imageshack.us/img109/1953/vlcsnap2009111002h04m22.png
http://img109.imageshack.us/img109/2848/vlcsnap2009111002h04m40.png
http://img410.imageshack.us/img410/6465/vlcsnap2009111002h05m04.png
http://img410.imageshack.us/img410/6845/vlcsnap2009111002h05m12.png
http://img410.imageshack.us/img410/9172/vlcsnap2009111002h05m19.png
http://img410.imageshack.us/img410/5452/vlcsnap2009111002h01m30.png
http://img338.imageshack.us/img338/2418/vlcsnap2009111002h13m15y.png
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/01.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/21.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/16.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/08.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/03.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/17.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/06.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/02.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/04.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/07.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/12.jpg
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/15.jpg
Verfasst am: 29. 11. 2009 [20:01]
hns
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Hm. Wenn ich mir die letzten Bilder anschaue dann kann man bei einigen wirklich über die glatten Schnitte staunen oder sich fragen ob da nicht mit der Flex ein paar Materialproben entnommen wurden und jemand Schneideversuche durchgeführt hat... Also eine "Heisenbergsche Untersuchung" die das Original verändert.

Bekanntlich wurde ja auch der Ramses-Tempel von Abu Simbel in den 1960er Jahren zerschnitten und neu zusammengefügt.

-- hns
Verfasst am: 29. 11. 2009 [20:33]
LAH
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Zitat:
Bekanntlich wurde ja auch der Ramses-Tempel von Abu Simbel in den 1960er Jahren zerschnitten und neu zusammengefügt.

www.zeit.de/1966/06/Pharao-in-Scheiben
Zitat:
Die Hauptlast der Arbeit trägt die deutsche Firma, die schon den Tempel von Kalabscha vor den Nilfluten gerettet hat. Sie arbeitet zusammen mit fünf Firmen, jede in einem Fach spezialisiert. Die Italiener zum Beispiel zersägten den Tempel in kleine Blöcke von 15 bis 30 Tonnen. Sie ritzten den Tempel von außen mit elektrischen Kreissägen an, zerstückelten ihn in Handarbeit mit dünnen Sägeblättern, so daß später nur fast unsichtbare Narben zurückbleiben. So wurden die 20 Meter hohen Kolossalnamen von König Ramses zerlegt und alles übrige.
Die Statuen waren aus Sandstein und auf den Bildern ist's schwarzer Basalt.
Zitat:
Hm. Wenn ich mir die letzten Bilder anschaue dann kann man bei einigen wirklich über die glatten Schnitte staunen oder sich fragen ob da nicht mit der Flex ein paar Materialproben entnommen wurden und jemand Schneideversuche durchgeführt hat... Also eine "Heisenbergsche Untersuchung" die das Original verändert.
Für mich sieht's nicht danach aus.
Verfasst am: 01. 12. 2009 [00:15]
LAH
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So sieht keine Probenentnahme aus:
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/17.jpg
Bemerkenswert finde ich, wie der Basaltboden verlegt wurde:
Er wurde passgenau auf einem unebenen Fundament ausgebreitet und anschließend planiert:
http://lah.ru/fotoarh/megalit/afrika/egypt/giza/khramgp/21.jpg
s.o.
Verfasst am: 02. 12. 2009 [15:29]
LAH
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In dieser Ägypten-Doku werden weitere Fragen aufgeworfen.
rutube.ru/tracks/187894.html?v=7c11cb020da0f5465d9afb67e861d6e1 (Engl. 25min.)
Verfasst am: 03. 12. 2009 [22:39]
LAH
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Gibt es einen Spezialisten, bei dem man sich beraten lassen kann?
Verfasst am: 09. 12. 2009 [20:44]
LAH
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Enttäuschende Leistung, Archäologen!
Pflegt ihr keine Kontakte zum Handwerk?

P.S.: Muss es immer so lange dauern, bis ich eine Antwort kriege?
Verfasst am: 12. 12. 2009 [03:03]
LAH
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Bin gespannt, was ihr dazu sagt:
www.gizapower.com/pma/index.htm



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