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Verfasst am: 02. 09. 2008 [10:10]
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Signifer
Amateur
Dabei seit: 12.07.2008
Beiträge: 12
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Antwort auf: Zitat: Zitat: Zitat: Antwort auf ... Zitat: Zitat: Zitat: Zitat: Auf dieser Strecke fällt aber eine wesentliche Abweichung in den Angaben der Peutingertafel auf: Eine offensichtliche mansio, nämlich der bedeutende Ort "Ambrae" fehlt! Anstatt ihn manipulativ einzufügen sollte man darüber nachdenken, ob er nicht deswegen fehlt, weil die in der TP beschriebene Strecke weit vor Ambrae/Schöngeising in Richtung Kempten abzweigt. Richtung Kempten hätten wir 2 Tagesstrecken, also eine mansio dazwischen, und diese sollte dann Epfach sein (und wir brauchen keine Lücken zu konstruieren, um Epfach und Kempten zu erreichen, vielmehr ist die kiesreiche Schotterebene voll ausgenutzt). Das ist ja genau die klassische Deutung von Reinecke und seinen Vorgängern, die Dr. Bauer als Forschungsstillstand identifiziert.
Ja, das ist aber in meiner Argumentation zum Beweis der Lage von Isinisca und Pons Aeni nur eine Nebensache.
Das Hauptargument:
Das Itinerarium Antonini ist überlieferungsgeschichtlich wesentlich näher am römischen Original (Archetypus) und hat damit als weniger mit Abschreibfehlern behaftet und zuverlässiger zu gelten als die Tabula Peutingeriana aus dem Mittelalter.
Was aus dem IA abzuleiten ist:
1. Die offensichtlichen mansiones: Pons Aeni/Pfaffenhofen, Isinisca/Aying, Ambrae/Schöngeising und Augusta/Augsburg stehen im richtigen Abstand als Tagesstrecke an der Via Julia und zugleich entsprechen die Abstände genau den Entfernungsangaben in diesem römischen Dokument.
2. Die Mansiones am Anfang und am Ende dieser Reihe sind in der Notitia Dignitatum als römische Militärstandorte eingetragen und als solche auch archäologisch nachgewiesen.
3. Die Messung und Bestimmung dieser Stationen ist heute noch an der erschlossenen Verbindungsstraße dieser mansiones, nämlich der Via Julia, nachvollziehbar. Es ist nicht nötig, eine imaginäre Verbindungsstraße zu erfinden.
4. Meilenstein-Inschriften bestätigen die Richtigkeit der realen Entfernungsmessung entlang der erschlossenen Via Julia zwischen Augsburg und Aying. Die sogenannte Meilensäule von Valley, die nachweislich an der Via Julia im Hofoldinger Forst stand, bestätigt durch ihre Inschrift, dass die erschlossene Route zwischen Augsburg und Aying die richtige ist, weil die nachmessbare Entfernung genau stimmt.
5. Keine einzige Einfügung, Weglassung oder Konjektur (Vermutung eines Schreibfehlers) ist nötig. Diese Reihe von mansiones stimmt vollkommen mit dem ältesten Dokument überein.
6. Fehlinterpretationen sind dort zu suchen, wo diese Strecke nur mit Kunstgriffen und Manipulationen stimmig gemacht werden kann. In Dr. Bauers Interpretation würden zwar zufällig die Entfernungen Isen-Dachau mit Aying-Schöngeising übereinstimmen, aber links und rechts davon stimmt es nicht: Wasserburg-Isen ist zu kurz und Dachau-Augsburg ist dafür zu lang, wenn man die Überwindung der Moränen und Gewässer mit einrechnet, viel zu lang für die gleichmäßigen Abstände der mansiones im Itinerarium Antonini und die Entfernungsangaben in diesem Dokument.
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Verfasst am: 17. 11. 2008 [22:19]
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Signifer
Amateur
Dabei seit: 12.07.2008
Beiträge: 12
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Hallo Kurti! Kannst du dich noch erinnern an unsere Diskussion über den Namen "Isinisca" im Zusammenhang mit Kleinhelfendorf und der Emmerams-Geschichte von Arbeo? Du hast für Kleinhelfendorf als Isinisca/Isunisca wegen den örtlichen Gegebenheiten (eine sichtbare und hörbare Quelle mit See in Kleinhelfendorf, direkt an der römischen Fernstraße gelegen) folgendermaßen argumentiert: [font "Arial"]Auf Kleinhelfendorf mit dem Quellbach und dem Weiher paßt die offizielle Wortdeutung m.E. doch sehr gut: [/font]>Wasser (See,Weiher) mit schnell fließendem Bach oder auch Quelle.< Isinisca: -isca kelt./röm. = Wasser, Gewässer. Nur der Anfang sollte nun doch möglichst auch rein keltisch sein und nicht "nur" indogermanisch. Ich glaube, ich habe die Lösung und du liegst richtig mit deiner favorisierten Etymologie von Isinisca! Der Name ist in der Tat vollständig aus dem Keltischen zu deuten. Aussprache: [i:sin'isca] . Langes i wird im Keltischen (Welsh, Gaelic) als "ea" geschrieben, vgl. Engl. "easy". Dann hätten wir für Isinisca nach gallischer Schrift: Eas-in-isca [i:s-in-isca] Jetzt gibt es aber im Keltischen zwei weitere Wortbestandteile von Isinisca, damit ist meiner Meinung nach die Etymologie komplett! Eas = Wasserfall, Rinnsal, sichtbare Quelle. [url "http://www.ceantar.org/Dicts/MB2/mb16.html"]http://www.ceantar.org/Dicts/MB2/mb16.html[/url] in = in, hinein; Isca = Tümpel, Teich, stehendes Gewässer. So, und das wäre haargenau die Definition, die Arbeo vom Ort des Emmeram-Martyriums in Kleinhelfendorf / Isinisca gibt: Eine deutlich hörbare Quelle (Eas - kleiner Wasserfall), die sich in einen See (isca) ergießt, dessen hohe Ufer einen Weiterfluss als Bach verhindern. So beschreibt Arbeo den Ort des Martyriums, nämlich Helfendorf. Übrigens ist es im keltischen Wales noch heute üblich, Ortsnamen aus genau solchen Landschaftsbeschreibungen zusammenzusetzen.
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Verfasst am: 22. 11. 2008 [23:44]
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kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1241
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Hallo Signifer,
ich stimme Dir voll zu. Da waren wir ja schon mal mit: >idgm.-eis = bewegen, antreiben und kelt.-iso = schnell bewegen, schnell fließen<. Daraus folgt: is (o) - in - isca = schnell ins Wasser (Teich, See) fließen.
Was mich aber erstaunt ist das häufige Vorkommen von >isca< in Italien bis Sizilien. Das ist wohl nur mit der Sprachverwandtschaft
des Italischen ( Einwanderung der Italiker um ca.1200 v.Chr.) mit dem Keltischen hinreichend zu erklären.
Gruß
Kurti
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Verfasst am: 23. 11. 2008 [16:58]
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Signifer
Amateur
Dabei seit: 12.07.2008
Beiträge: 12
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Antwort auf: Zitat: Antwort auf ... Hallo Signifer,
ich stimme Dir voll zu. Da waren wir ja schon mal mit: >idgm.-eis = bewegen, antreiben und kelt.-iso = schnell bewegen, schnell fließen<. Daraus folgt: is (o) - in - isca = schnell ins Wasser (Teich, See) fließen.
Was mich aber erstaunt ist das häufige Vorkommen von >isca< in Italien bis Sizilien. Das ist wohl nur mit der Sprachverwandtschaft
des Italischen ( Einwanderung der Italiker um ca.1200 v.Chr.) mit dem Keltischen hinreichend zu erklären.
Gruß
Kurti Andere Möglichkeit, weil das Wort so große Verbreitung hat: Es könnte ein vergessenes Lehnwort in der lateinischen Sprache sein, das ganz normal für stehende Gewässer verwendet wurde (Synonym zu stagnum).
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Verfasst am: 23. 11. 2008 [20:11]
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kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1241
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Hallo Signifer,
könnte ein Lehnwort sein, aber der Wortstamm ist in den romanischen Sprachen heute noch in Worten enthalten die mit dem Meer zu tun haben und das ist für ein Lehnwort ungewöhnlich.
Spanisch:
p-isci-s = Fisch
el p-esca-dor = der Fischer
Portogisisch:
iscas de peixe = Fischstäbchen
Italienisch:
p- esce = Fisch
p-esca-tor = Fischer
esca = Angelköder
Lateinisch:
p-isca-rius = Fisch
p-isca-tor = p-isca-toris = p-isca-torius = der Fischer
Keltisch:
esca = escia = hisca = Fisch
Irisch:
iasc = Fisch
Hier scheint mir doch eher eine Sprachverwandtschaft über das Indogermanische wahrscheinlicher.
Gruß
Kurti
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Verfasst am: 29. 01. 2009 [09:16]
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Signifer
Amateur
Dabei seit: 12.07.2008
Beiträge: 12
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Hallo ihr Forscher nach dem Unbekannten!
Es gibt jetzt eine sehr kompetente wissenschaftliche Buch-Rezension zu genau unserem Thema:
[url "http://www.kbl.badw.de/zblg-online/rezension_1326.html"]http://www.kbl.badw.de/zblg-online/rezension_1326.html[/url]
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Verfasst am: 18. 08. 2010 [11:58]
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Salmatien
Novize
Dabei seit: 18.08.2010
Beiträge: 1
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Also ich muss wiedersprechen es gibt Funde in Isen
die aus der Römerzeit Stammen sie wurden nicht Dokumentiert weil Baufirmen es Unterlassen haben das zu melden Lediglich einige Funde wurden mit dem Versuch dem Heimatmuseum zu
geben so wie ich gehört habe abgegeben es gibt dort auch Gräben die nicht erklärbar sind jede Menge an Hufeisen Funde wie Münzen auch ander Funde wie Fibeln Mauerreste wurden auch gefunden aber schnell wieder zugeschüttet warum keine Ahnung .......ihr müsst mal die richtig alten Einwohner von Isen Fragen manche haben da noch wissen darüber besonders die Landwirte
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Verfasst am: 19. 08. 2010 [11:46]
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hns
Experte
Themenersteller
Dabei seit: 23.08.2006
Beiträge: 370
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"Salmatien" schrieb:
Also ich muss wiedersprechen es gibt Funde in Isen
die aus der Römerzeit Stammen sie wurden nicht Dokumentiert weil Baufirmen es Unterlassen haben das zu melden Lediglich einige Funde wurden mit dem Versuch dem Heimatmuseum zu
geben so wie ich gehört habe abgegeben es gibt dort auch Gräben die nicht erklärbar sind jede Menge an Hufeisen Funde wie Münzen auch ander Funde wie Fibeln Mauerreste wurden auch gefunden aber schnell wieder zugeschüttet warum keine Ahnung .......ihr müsst mal die richtig alten Einwohner von Isen Fragen manche haben da noch wissen darüber besonders die Landwirte
Das ist schade dass da so viel Informationsmaterial verloren geht.
Ob die Funde von Gräben, Fibeln, Mauern, Hufeisen aus der Römerzeit stammen oder (früh)-bajuwarisch oder gar mittelalterlich sind kann man aus Erzählungen (vor allem aus dritter Hand) leider kaum eindeutig festlegen.
Dagegen gibt es für die Gegend von Aying/Valley hunderte eindeutig römische Funde (siehe Bayernviewer-Denkmal) und da Straßen meist Siedlungen verbunden haben, ist eine Straße dort viel wahrscheinlicher (bzw. ist ja nachgewiesen). Bei Isen spricht, soweit ich die Fundlage überblicke, nichts für eine namensgebende römische Siedlung und Straße.
-- hns
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