Thema mit vielen Antworten

Verlegung des sächsischen Landesmuseums für Archäologie


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Verfasst am: 21. 09. 2012 [11:28]
Irminfried
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Hi Eres,

danke für den Link.31-thumbup1.gif
Das Konzept sieht schlüssig aus!
Mal sehen, ich laß mich gerne überraschen....

Gruß
Irminfried

Thüringen in den Grenzen von 530! 05-icon_wink.gif
Verfasst am: 21. 09. 2012 [14:29]
Pygmalion
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Beiträge: 396
Interessant klingts...wie es umgesetzt wird, wird man sehen...ich denke aber, dass das kaufhaus doch mehr möglichkeiten bietet, als der japanische palais...
dasvertrauen auf "die werden das schon richtig einschätzen" halte ich aber für etwas zu naiv. gerade die baukosten werden ja in der regel etwa um die hälfte falsch geschätzt 04-icon_cheesygrin.gif

mein lieblingssatz des konzepts ist: "Der Tisch morpht sich dynamisch über die Eiszeiten, die Besiedlung des Landes und der Hohen Konolisation in die heutige Landschafts Sachsens"

Find ich super 04-icon_cheesygrin.gif
Vor allem da "morpht" und "dynamisch" extra fett gedruckt sind, damit man sieht, wie toll man da bestimmte wörter, die offensichtlich in so einem konzept vorkommen müssen, verbaut hat 04-icon_cheesygrin.gif


Ist denn schon abschätzbar was man da an Eintritt zahlt und wie das mit Führungen etc. aussieht?
Ich war vor kurzem im Vasamuseum, was meines erachtens vorbild für sämtliche museen die mit archäologie hantieren, sein sollte...Führungen (etwa halbstündig) waren komplett im eintrittspreis von 110(bzw. 80 für studenten) SEK(etwa 11 bzw. 8 euro) inbegriffen, und zwar in sämtlichen sprachen, die man so sprechen kann...Alles war mehrsprachig erklärt und zwar so, dass es auch normale menschen verstehen. (Die Beschriftung "Schwertortband", "Kanope" oder "Percussionsgewehr" usw. an einem Fundstück wird dem großteil der Museumsbesucher sicher nicht besonders viel freude verschaffen, weil er nicht weiß, was das sein solll)

Verfasst am: 21. 09. 2012 [20:14]
Steinmetz
Experte
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Beiträge: 175
"Pygmalion" schrieb:

...dasvertrauen auf "die werden das schon richtig einschätzen" halte ich aber für etwas zu naiv. gerade die baukosten werden ja in der regel etwa um die hälfte falsch geschätzt 04-icon_cheesygrin.gif...


Dazu sag´ ich nur: Siehe möglicherweise (es möge anders kommen) Z.B. Elbphilharmonie Hamburg, Neuer Flughafen Berlin und noch viele Baustellen mehr...
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Herzliche Grüße,

Vinzenz

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 21.09.2012 um 20:14.]
Verfasst am: 22. 09. 2012 [07:48]
astrofratz
Moderator
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Beiträge: 734
Zitat:
Der unbespielte, flache, kartografierte Raum als Urzustand morpht sich dynamisch über die Eiszeiten, die Besiedlung des Landes und der Hohen Kolonisation in die heutige Landschaft Sachsens.


So was nennt man Buzzwordbingo. 04-icon_cheesygrin.gif

Was dabei wirklich raus kommt muss man abwarten. Wahrscheinlich wird kein Besucher das verstehen. Nen läppisches Video hätte da wahrscheinlich mehr gebracht.
Verfasst am: 30. 09. 2012 [16:52]
Tarkan
Routinier
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Dabei seit: 15.09.2012
Beiträge: 82


Hi,

ich bin aus dem Urlaub zurück. Zuallererst: ich freue mich das die diskussion weitergelaufen ist! Danke für diese Diskussion!

Dank auch an Eres für die Verlinkung zur Pressemitteilung der Verlegung des Landesamtes. Diese Verlegung war mir entgangen.

Zum Ausstellungskonzept: ich bin sehr skeptisch. Die letzte Landesausstellung spielte sosehr mit den modernen Medien und vergass sosehr den Informationstext (sowohl als Audioguide als auch als Texttafel) dass für den schon vorgebildeten Laien ohne vorheriges Lesen des Essaybandes der Erkenntnisgewinn bei fast null war.

Um es klar zu sagen: moderne Medien - gern wenn sie einen Verständnisgewinn bringen, aber nicht um jeden Preis.

"Meine Herren: schließen Sie mich bei denen ein, die auszuschließen sind!"
Verfasst am: 01. 03. 2013 [08:33]
Irminfried
Experte
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Beiträge: 319
so... es geht langsam los....

HdA Chemnitz nimmt Arbeit auf....

Gruß
Irminfried

Thüringen in den Grenzen von 530! 05-icon_wink.gif
Verfasst am: 01. 03. 2013 [09:34]
astrofratz
Moderator
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Beiträge: 734
Ah da war ich letzten. Das ist da wo die Städte alle ein G im Namen haben. Gera, Gerau, Grünau, Glauchau, Gemniz, Zwigau. 11-tongue2.gif
Verfasst am: 01. 03. 2013 [17:47]
WilhelmO
Novize
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Beiträge: 1
Das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz im ehemaligen Kaufhaus Schocken und wie es dazu kam ist wirklich ein Politthriller. Es begann in den 90ern damit das irgendeine Behörde unbedingt im Dresdner Ständehaus unterkommen wollte. Die Ansässigen: Tierkunde und Mineraliensammlung mussten weichen. Das Ganze wurde als Idee angepriesen: "4 in Einem" Sollte heisen 4 Museen im Japanischen Palais (Archäologie,Völkerkunde,Tierkunde,Mineralogie) Das Jap.Palais ohnehin schon zu klein für das Landesamt für Archäologie ,Museum für Vorgeschichte und Völkerkunde und zudem äußerst Renovierungsbedürftig wurde kurzerhand geräumt und die Ämter bzw. Museumsleitungen zogen nach Dresden Klotzsche An die Wetterwarte.Das LfA bekam Unterkunft in der ehemaligen Fliegerschule des Heeres,die Völkerkunde und die anderen heimatlosen aus dem Ständehaus bekamen den Johann Meyer Bau als Neubau im Gelände.
Die damalige Landesarchäologien wollte natürlich ein eigenes Haus für eine Archäologische Dauerausstellung. Ans Palais im Großen Garten kam sie nicht ran, den Erlweinspeicher hatten andere gegriffen, das Kraftwerk Mitte war noch nicht soweit. Möglicherweise auf Empfehlung einer Politfreundin kam das Kaufhaus Schocken ins Gespräch. Es gab da so eine Clique CDU Frauen die politisch mit dem, erst Finanzminister und später Ministerpräsidenten Milbradt kunkelten. Das Ministercabinet hat dann den Neubau eines Museums in Chemnitz beschlossen und somit war er Gesetz. Milbradt und die damalige Landesarchäologin sind nun längst Geschichte. Nun müssen sich Sächsische Archäologen und Museumsleute damit herumschlagen.
Jap.Palais sollte dann Porzellanschloss werden und was weiss ich noch,bisher gibt es keine bekannte Vision für das Haus und es verfällt noch mehr. Neuer Hausherr ist inzwischen die Senckenbergstiftung.
Chemnitz inzwischen als Stadt der Moderne deklariert hat schon einiges an Museen zu bieten. Gunzenhauser, Industriemuseum und Steinerner Wald und Bald das Schocken? Termin wird immer wieder verschoben, April 2014 ist so ein Termin. Das ganze Landesamt nach Chemnitz zu bringen war Teil eines Sandkastenspiels von FDP und CDU unter dem Motto Moderner Staat 2020 und es galt soviel wie möglich Ämter in der Fläche zu verteilen, wegen der langjährigen Übervorteilung der Residenzstadt Dresden. Das Landesamt für Archäologie wurde dabei am Schluss dem Museum hinterhergeworfen.
Dazu gibt es auch einen Cabinettsbeschluss, also Gesetz.
Wer auf die Karte schaut merkt das Dresden doch ziemlich Zentral in Sachsen liegt. Nach allen anderen sächsischen Großstädten sind es ca. 60min Fahrzeit und von der archäologischen Funddichte ist Chemnitz eher Aussenseiter.
Was die zu erwartenden Besucherzahlen für Chemnitz betrifft wird es sicher fraglich. Wahrscheinlich muss jeder sächsischer Schüler einen Pflichtbesuch leisten. Grundsätzlich ist es ja gut ein neues Museum zu bauen aber der Standort bleibt umstritten. Jedenfalls wird Dresden nun nur eine Barockstadt bleiben in der Weltöffentlichkeit, Meissen als alte Hauptstadt der Mark Meissen hätte eine Archäologische Dauerausstellung mehr als Verdient und mit der Burg einen schönen Rahmen gehabt, das war aber nie in jemandes Sinn.
Das Museum in Herne erscheint mir aus der Ferne zumindest sehr modern und engagiert, ob das in Chemnitz auch gepackt wird werden wir sehen.
Wie hieß es immer im Fussballstadion: "Sachsen macht Faxen"
Verfasst am: 01. 03. 2013 [18:48]
astrofratz
Moderator
Dabei seit: 12.07.2010
Beiträge: 734
Ich frage mich gerade ob es der richtige Weg ist, zu versuchen mit einem Museum eine Stadt attraktiver zu machen. Sollte es nicht eher umgekehrt sein. Sprich eine attraktive Stadt sich nicht ein Museum leisten?
Es wird gejammert über die sinkenden Museumsbesucherzahlen, aber die archäologischen Museen werden nach Posemuckel verlegt. Man könnte fast glauben, aus den Augen aus dem Sinn. Ich habe nicht den Eindruck, dass das eine gute Entscheidung ist.

Was meint ihr dazu?
Verfasst am: 01. 03. 2013 [21:15]
Tarkan
Routinier
Themenersteller
Dabei seit: 15.09.2012
Beiträge: 82
App. Landesarchäologien, beide scheinen reine Politbesetzungen zu sein. Ich kenne keine wissenschaftliche Publikation zu für die sächsische Archäologie von Relevanz seienden Themen aus der Feder der Damen Smolnik oder Oxle.
Wahrscheinlich stimmt das was mir kolportiert wurde, dass sie noch nicht mal eine Scherbe der blau-grauen Ware von einer der Lausitzer Kultur unterscheiden kann.

Ehrlich, da wünscht man sich Leute wie Werner Coblenz zurück.

"Meine Herren: schließen Sie mich bei denen ein, die auszuschließen sind!"



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