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Zerstörung archäologischer Artefakte auf Baustellen
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Verfasst am: 25. 01. 2012 [01:04]
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Pygmalion
Experte
Dabei seit: 17.03.2010
Beiträge: 139
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Tag. Also...internationale regelungen gibts da gar nicht..."weltkulturerbe" bedeutet auch nur, dass die entsprechenden stätten(Lübeck, der Limes, die Pfahlbauten am Bodensee, Federsee etc., um einige zu nennen) eine hübsche plakette kriegen und sich weltkulturerbe nennen dürfen. geld gibts keins und sanktionsmaßnahmen hat die unesco auch nicht, wenn man beschließt, das ganze wegzupflügen, dann wird eben der status aberkannt, mehr nicht. In Dtl hat jedes 'Bundesland sein eigenes Denkmalschutzgesetz...und das mit dem verursacherprinzip ist eine interessante geschichte, weil das gericht münster das quasi gekippt hat(meine im oktober oder so). An im Boden befindlichen Denkmälern werden in deutschland die aller wenigsten tatsächlich ergraben...zum einen will man nur das ergraben, was auch ergraben werden muss, alles andere ist im Boden bestens konserviert...aber auch alleine im Braunkohletagebau werden wohl so über 90% einfach weggebaggert, obwohl es dort sehr viele archäologen gibt, aber jede stätte zu begutachten, ist da unmöglich. Man versucht in der regel im übrigen bereits VOR Baumaßnahmen herauszufinden, ob es an der stelle irgendetwas gibt..sei es durch einfach auf dem feld schauen oder durch suchschnitte auf der fläche...in städten, wo etwas zu erwarten ist, steht dann auch mal jemand neben dem bagger und dokumentiert die befunde und sammelt die funde ein. Ist immer ein Abwägen sämtlicher interessen...und sich da als archäologie durchzusetzen ist meistens schwierig ![]() in der gesamten archäologie herrscht chronischer geldmangel..und das sieht an den universitäten hier nicht anders aus wie das in der türkei ist, keine ahnung^^ |
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Verfasst am: 25. 01. 2012 [09:30]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Themenersteller
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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@Sixpack: Guten Morgen. Hochspannend! Danke für die interessanten Links!Und wie passt das ganze damit zusammen, dass z.B. über ein komplettes Feld von Schlüssellochgräbern heutzutage eine riesige Parplatzplatte aus Beton gegossen wurde? Würde das bedeuten, dass die Funde zuvor ordentlich genug erkundet, beforscht und dokumentiert wurden? Ich finde es extrem schade, dass solch interessante Fundstellen weichen müssen, insbesondere, wenn z.B. ein großer Baumarkt auch genausogut an einem anderen Platz hätte gebaut werden können. (Allerdings bin ich aber auch nicht darüber im Bilde, wieviel von dem damaligen heutzutage überhaupt noch erhalten wäre, ob es also überhaupt etwas z.B. auch für Laien interessantes zu sehen gäbe). Hinzu kommt natürlich auch, dass Kommunen ihre Industriegebiete nach verschiedenen Kriterien ausweisen. ![]() ![]() ![]()
Das klingt aber gar nicht gut. ![]() ![]() ![]()
Wohl auch in der Hoffnung, das zukünftige Generationen mehr Geld und bessere Möglichkeiten haben? ![]() ![]() ![]()
Ja, was für eine Katastrophe!!! ![]()
Was einem ja leider irgendwie bekannt vorkommt... Komisch nur, wenn für so vieles kein Geld da ist, während für anderes so viel Geld da ist... - ![]() [Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.2012 um 09:36.] |
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Verfasst am: 25. 01. 2012 [18:04]
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Pygmalion
Experte
Dabei seit: 17.03.2010
Beiträge: 139
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ja, man hofft, dass es in zukunft bessere möglichkeiten gibt, die sachen auszuwerten, und das bewährt sich ja auch. außerdem kann man ganze siedlungen dokumentieren, ohne einen schnitt anzulegen, durch geomagnetik und geophysik etc...außerdem muss man ja auch alles was man aus dem boden holt, irgendwo lagern und danach ist es eben komplett kaputt. Zu dem Gräberfeld unter dem parkplatz.: vielleicht wurde es vorher ergraben, vielleicht liegt das gräberfeld aber auch unter dem parkplatz...heißt das ist noch intakt,aber darüber eben der parkplatz gebaut... kultur und archäologie sind eben luxusausgaben, und da alle pleite sind, ist das geld eben knapp |
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Verfasst am: 26. 01. 2012 [21:19]
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VinzenzMariaHoppe
Experte
Themenersteller
Dabei seit: 15.12.2011
Beiträge: 147
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Tja, das klingt ja wirklich schon ganz gut und es kann wohl nur gehofft werden, dass es noch besser wird... Das Gräberfeld unter dem Parkplatz ist übrigens ordentlich ergraben worden (ist, meine ich, schon länger her). Es war mehr eine rethorische Frage. Auf die Idee, dass das Gräberfeld gerade durch den Parkplatz besonders gut konserviert ist, wäre ich allerdings nie gekommen! ![]() ![]() ![]() Herzliche Grüße, Vinzenz |
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Verfasst am: 07. 05. 2012 [00:16]
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h.c.credner
Amateur
Dabei seit: 14.12.2008
Beiträge: 17
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Vor Ort sind die EM's hier äußerst wichtig, sie sind die Augen und Ohren der Landesarchäologen. mehr als die Hälfte der Neufunde würden den Bach runtergehen ohne sie. Das Thema habe ich auch kürzlich schriftlich bearbeitet an Hand von durch eigene Luftbilder belegten Beispielen im neuen Thema: Die Röm. Villa Typ Bollendorf und die Zerstörung von Bodendenkmälern. Gruß Christian |
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Verfasst am: 08. 05. 2012 [17:15]
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Gerdom
Amateur
Dabei seit: 19.06.2009
Beiträge: 18
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Also ich glaube das noch vor gar nicht so langer Zeit durch unsachgemäße Lagerung im Archiv eines Landesamtes der Denkmalpflege Boote aus der Bronzezeit starke Schäden wenn nicht sogar komplette Zerstörung fanden?![]() Muss nicht immer eine Baustelle sein. |
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Verfasst am: 08. 05. 2012 [17:59]
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Nileule
Amateur
Dabei seit: 20.04.2012
Beiträge: 34
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Einen Aspekt möchte ich an dieser STelle betonen: Die Geschichte darf die Heutigen nicht erwürgen. Selbst Liebhaber der Archäologie, bin ich durch ein Interview mit einer steinalten Frau aus Alexandria doch sehr nachdenklich geworden. Sie wurde als direkte Anwohnerin der neuen Hochautobahn in der Stadt gefragt, was sie denn wohl davon hielte, dass der Bau jetzt erst einmal auf unbestimmte Zeit wegen des Fundes der Nekropole gestoppt worden sei. Als man sie fragte, stand sie auf einem knapp vierzig Zentimeter breiten Bürgersteig, unmittelbar vor ihrer Haustür. Sie begann sofort zu schluchzen und deutete auf die Straße, auf welcher Stoßstange an Stoßstange ein stinkender Verkehr vor sich hinröhrte. "Ich halte das einfach nicht mehr aus." sagte sie nur noch leise. Vielleicht mache ich mir durch meine vergleichsweise rigorose Haltung hier Feinde, aber ich sehe das so: Wenn durch die Aufnahme von Bauarbeiten dringend benötigter, nicht substituierbarer Raum für Menschen geschaffen oder eines ihrer Grundbedürfnisse gestillt werden soll, dann werden womöglich antike Schätze für immer verloren sein - aber die Arbeiten müssen dann fortfahren. Damals hatte die Regierung in Äypten erstaunlich weise entschieden: den Archäologen wurde das gesamte Areal sechs Wochen vollständig zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit galt es zu kartographieren, sachkundig Artefakte aufzunehmen und möglichst vollständig zu dokumentieren was das Zeug hielt. Für den damals geltenden Standard haben sie ihre Sache wirklich gut gemacht. Und auch wenn den Archäologen die Tränen in den Augen standen, als nach sechs Wochen die Raupen und Bagger wieder angelassen wurde und mehr als zweitausend Jahre für immer versanken, ja "mutwillig" zerstört wurden, konnte zugunsten lebender Menschen auf den Raum der Toten nicht verzichtet werden. Die Geschichte kann zum Fluch werden - ausreichend rot politisch gefärbt, würde ich Konzerne bis zum nächsten Sanktnimmerleinstag aufhalten, solange es sich bei ihrem Vorhaben um reine Gewinnmaximierung dreht. Wir werden immer neue Verkehrs- und andere Konzepte brauchen und immer wieder in diese Bredouille geraten weil wir auf immer neue Funde stoßen. Und gerade ein Land wie Ägypten, das über eine ganz besondere Geschichte in jeder Hinsicht verfügt, sieht sich einer ungeheuren Verantwortung gegenüber. Daswenige des Staatsgebiets, welches heute bewohnt und bewirtschaftet wird, unterliegt seit nun´sechs- bis siebentausend Jahren einer eher in- denn extensiven Nutzung. Die Wirtschaftskraft des Landes und die finanzielle Ausstattung der (verbliebenen) Industrie kann unmöglich horrende Verluste durch neue, große Fundstätten auffangen; selbst wenn zahlreiche Sponsoren und Mäzene aus aller Welt einsprängen, verblieben noch immer unglaubliche laufende Kosten zulasten der Staatskasse. Öh .... welcher "Staatskasse" .... ? ![]() Wir Deutsche sind Geld- und Pfeffersäcke. Mal ehrlich, unter uns Pastorentöchtern, wir sind ja ganz unter uns: uns guckt doch die Sonne aus dem Hintern. Mer hams doch. Und da gibts eine ganze Reihe Leute, die hams noch viiiel dicker - und die dürfen zur Kasse gebeten werden, wenn sie uns schon sowieso erst um die Steuern und infolge um Staatsgelder hierfür besch .... Hier liegen die Dinge also ergreifend anders. Die namhaften Großkonzerne, die solche Projekte durchziehen, verfügen über ziemlich auskömmliche Kassen. Sie werden einige Verluste ohnehin steuerlich geltend machen, einen Teil der Kosten versuchsweise den Kunden aufs Auge drücken und der verbleibende Teil wird tränenreich, medial hochwirksam bezahlt. Manchmal kleben sie gar ihr Firmenschild auf Museen und Artefakte. Hier bei uns könnte es eben gegebenenfalls einen "kleinen Mann" treffen, der bloß mal den Schweinestall etwas erweitern wollte. Der darf sich dann sein Kotelett vom Discounter holen. Gehört dann aber anständig im Namen der Gesellschaft entschädigt. Wenn nicht anders, wird er kostenfrei und unentgeltlich auf ein gleichwertiges Objekt in möglichst großer Nähe "umgesetzt" - sofern möglich und sinnvoll. |
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Verfasst am: 08. 05. 2012 [18:15]
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Treasurekeeper
Novize
Dabei seit: 23.04.2012
Beiträge: 4
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Die Boote die du wahrscheinlich meinst waren noch ein ganzes Stück älter - WAREN die ältesten erhaltenen Boote Europas und es ist ne Sauerei das nicht mal zum Erhalt dieser Relikte Geld zur Verfügung stand bzw. sich auch gar nicht groß drum gekümmert wurde ! sind aber bei weitem nicht die einzigen zu Tode gelagerten Stücke ![]() trotzdem vernachlässigbare Ausfallerscheinungen im Vergleich zu dem was neben der angewandten Landwirtschaft auch beim Bau immer wieder teils bewusst zerstört wird ! Eine der schlimmsten Geschichten die mir persönlich aufgefallen ist ,war als bei der Anlage eines Zusatzparkplatzes (welcher nur zwei mal im Jahr einigermaßen gebraucht wird) großflächig aufgedeckte tiefschwarze Bodenverfärbungen (wohl Brandschüttungen) einfach schnell mit Sand abgedeckt worden um ungestört den Parkplatzbau fristgerecht zu vollenden .....war Bauvorhaben der großmächtigen Gemeinde |
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Verfasst am: 08. 05. 2012 [19:43]
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Pygmalion
Experte
Dabei seit: 17.03.2010
Beiträge: 139
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@Nileule: Wenn das so wäre, dass die Archäologie hier mal genug Geld hätte...ja das wäre schön! Dennoch ist Deutschland nicht weniger archäologisch "belastet" als Ägypten. Die besiedlung ist hier gleichermaßen intensiv gewesen, nur dass die hinterlassenschaften eben keine steinernen nekropolen sind, sondern pfostenlöcher im boden. wichtig ist beides, aufsehenerregender sind sicher die nekropolen... Zu den Booten...Ja, das waren mesolithische boote. hier mal ein artikel dazu http://www.stern.de/wissen/mensch/archaeologie-skandal-in-mecklenburg-vorpommern-7000-jahre-alte-steinzeit-boote-verrottet-657651.html |
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Verfasst am: 09. 05. 2012 [10:58]
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ARFINDA1
Experte
Dabei seit: 18.09.2010
Beiträge: 300
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Hallo Pygmalion, das Schicksal der Boote am Ostsee ist mit der des Ebstorfer Weltkarte zu vergleichen. Man läst die unbequemen Beweise einfach verkommen. So kann man die Fragen besser beantworten, denn einen Handwerk des Bootsbau so weit zurückzudatieren ist schwierig. Es passt ja auch nicht zusammen, wenn die “Steinzeitmenschen” in der Lage waren Boote zu bauen, trotz das sie so Primitiv waren. Auf der anderen Seite hat Ägypten weit weniger Geld als BRD, sie machen jedoch mehr daraus, denn deren wirtschaftlicher Standbein ist das Tourismus. Auf der anderen Seite sollte man das Plastifizierung von Holz entwickeln, um das Grundproblem der Archäologie zu lösen. Das Bergen von Artefakten ist das eine, das Erhalten das andere. MfG ARFINDA1 |
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Danke für die interessanten Links!







