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Thema mit vielen Antworten

Neues aus der Archäologie


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Verfasst am: 22. 07. 2011 [04:16]
brabakbw
Amateur
Themenersteller
Dabei seit: 04.02.2008
Beiträge: 33
Der Titel ist ein wenig Irre führend, denn mit diesem Thread möchte ich doch auch einmal meinen Unmut äußern. Ich lese seit Langem das Forum und habe ein, zweimal gepostet.

Wenn ich ein Forum "Archäologie" lese, dann interessiere ich mich für das Thema und will mich mit anderen austauschen. Mich wundert es allerdings, dass kaum wirklich Diskussionen zur Archäologie hier stattfinden. Alternative Theorien werden dagegen bis zum Erbrechen ausgewaltzt. Gibt es nichts neues in der mitteleuropäischen Archäologie? Tausende von Archäologen in Europa disutieren ja kaum über Außerirdische, Atlantis oder sind als Gutachter für mehr oder minder obskure Objekte tätig.

Ist schon merkwürdig, wenn auf einer Archäologie-Plattform manchmal die Fragen von 15jährigen Archäologielaien erfrischender sind.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die Berufsarchäologen hier so unterrepräsentiert sind? Habt ihr nichts neues zu berichten? Welche Grabungen macht ihr, oder Forschungsprojekte? Ich weiß, wir Archäologen sind bedacht auf unsere Aussagen - ich will ja keine Forschungsergebnisse wissen.

Mich wundert es schon, dass nicht mal ein paar Studenten ihre BA/MA-Arbeiten diskutieren.

Kurzum: In einem Archäologieforum wie diesem hier geht es mir einfach ein bisschen zu wenig um Archäologie.

Hoffe, dass sich das ändert
und beste Grüße aus den Tropen
KB
Verfasst am: 22. 07. 2011 [13:11]
ARFINDA1
Experte
Dabei seit: 18.09.2010
Beiträge: 298
Hallo brabakbw,
Sie schmeißen Außerirdische und Atlantis in ein Topf.
Dafür ist das Forum Grenzwissen besser geeignet, daher hier nicht unbedingt falsch, jedoch für die Archäologie ein Märchenwelt aus Platons Kritias.
So wenig wie wir über die Kelten, Maya, Ägypter, Neandertaler, Hethiter und Griechen wissen, so wenig wissen wir über Atlanta und Amazonen. Kennen sie den Zusammenhang zwischen Amazonen und Amasra?
Die Archäologie unterliegt einer Zensur durch die Geldgeber für Universitäten und Hochschulen.


Verfasst am: 22. 07. 2011 [16:42]
a.brunn
Admin
Dabei seit: 27.07.2000
Beiträge: 357
"brabakbw" schrieb:

Mich wundert es allerdings, dass kaum wirklich Diskussionen zur Archäologie hier stattfinden. Alternative Theorien werden dagegen bis zum Erbrechen ausgewaltzt.


Ich vermute mal, das Mitteilungsbedürfnis und der Drang zur öffentlichen Selbstdarstellung der »Alternativtheoretiker« ist einfach wesentlich ausgeprägter als das derjenigen, die sich beruflich oder an der Uni mit Archäologie beschäftigen.

Über die Gründe, warum so wenig Profis hier (oder in einem anderen öffentlichen Forum) in Erscheinung treten und über ihr Fachgebiet diskutieren, kann man viel spekulieren.
Vielleicht sind die Themen, mit denen sie sich beschäftigen »zu speziell« und sie haben keine große Hoffnung, jemanden zu erreichen, mit dem sie sich ernsthaft über ihr Thema austauschen können?
Möglicherweise können sie sich nicht vorstellen, dass jemand aus der anonymen Masse der Forenleser auf ihre eventuellen Fragen kompetent antworten könnte?
Mag auch sein, dass sie einfach die Tatsache abschreckt, dass in der Sektion »gleich nebenan« über Atlantis etc. diskutiert wird und sie auf keinen Fall damit in Verbindung gebracht werden wollen, weil sie so etwas für Hirngespinste halten.
Vielleicht haben sie auch schlicht keine Zeit und Lust, sich nach Feierabend an den Computer zu setzen, um auch noch den restlichen Abend mit dem zu verbringen, was sie schon den ganzen Tag über gemacht haben? Bei denjenigen, die tatsächlich beruflich archäologisch tätig sind (z.B. in der Bodendenkmalpflege), könnte ich mir das gut vorstellen. Und während der Arbeitszeit hat man ja andere Dinge zu tun als in irgendwelchen Foren aktiv zu sein. Insbesondere in den Denkmalämtern gibt es ohnehin viel mehr zu tun als Kapazitäten vorhanden sind - es bliebe also nur die Freizeit.
Bei Studenten mag das anders sein, aber auch die haben ja inzwischen mehr Zeitdruck als früher.

Das sind jetzt mal ein paar Vermutungen / Spekulationen von mir. Es würde mich interessieren, ob ich damit richtig liege oder völlig danben.
Fühlt sich vielleicht der eine oder andere Archäologe / Student angesprochen und möchte sich dazu äußern?


Verfasst am: 22. 07. 2011 [16:52]
a.brunn
Admin
Dabei seit: 27.07.2000
Beiträge: 357
"ARFINDA1" schrieb:

Die Archäologie unterliegt einer Zensur durch die Geldgeber für Universitäten und Hochschulen.


Sorry, aber das ist Humbug.
Es wird niemand einen reichen Atlantis-Fan hindern, Geld für die Archäologie zu stiften. Es ist eher die Frage, ob sich dann jemand findet, der die Beschäftigung mit dem Thema für sinnvoll hält.


Verfasst am: 23. 07. 2011 [01:04]
p.b.
Amateur
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 43
Ich persönlich habe kein Interesse meine Forschung hier zu diskutieren. Wie schon beschrieben, ist das meine Arbeit und ich habe in meiner Freizeit keine Lust hier seitenweise über meinen Job zu schreiben. Hier lese ich eher aus Spass mit und gebe kurze Antworten zu allgemeinen Dingen.

Das was ich mache ist auch einfach nicht so hip wie Atlantis etc., sondern ganz normaler Forschungsalltag. Dinge, die Viele wahrscheinlich öde finden, aber im großen Kontext unser Wissen über die Antike erweitern.

Zensur in der Archäologie? Ist mir persönlich noch nie begegnet und ich habe Leute schon über wirklich seltsame Dinge die komischesten Theorien vertreten hören. Auch diesem Vorwurf bin ich bisher nur hier begegnet. Aber wenn man es glauben möchte...
Verfasst am: 23. 07. 2011 [05:19]
brabakbw
Amateur
Themenersteller
Dabei seit: 04.02.2008
Beiträge: 33
"ARFINDA1" schrieb:

Hallo brabakbw,
Sie schmeißen Außerirdische und Atlantis in ein Topf.
Dafür ist das Forum Grenzwissen besser geeignet, daher hier nicht unbedingt falsch, jedoch für die Archäologie ein Märchenwelt aus Platons Kritias.


Hallo,

erst einmal, man kann mich dutzen. Ist ein Forum und ich lebe in einem Land, in dem ich selbst den Premierminister mit Vornamen anrede.

Ich bin Archäologe - und dementsprechend weiß ich genau, dass in meinem Beruf nicht nach Außerirdischen und Atlantern gesucht wird. Sollten wir bei Grabungen einmal darüber stolpern, bin ich mir auch sicher, dass wir nicht zensiert werden. Davon unabhängig kann man natürlich diskutieren, ob Atlantis existiert hat oder wo, und ob es Außerirdische gibt.

Ich kann darüber hinaus (auch eidesstattlich) versichern, dass ich keinerlei Zensur ob meiner Studien unterliege. Die einzige Zensur, die ich erfahre ist die Verwehrung zu meinem Facebook-Profil, da sich die Sozialistische Republik Vietnam entschlossen hat, dem Beispiel China zu folgen.

Ich bin mir sicher, dass an dem Institut in Bochum, das ich bestens kenne, keiner einer Zensur unterliegt.

Aber dies geht wieder von meiner Frage ab.

Zu den anderen beiden Antworten:
Andreas hat einige triftige Gründe gegeben, warum eventuell eine doch eher triste Eintönigkeit hier herrscht. Ich finde das übrigens wirklich schade, weil deine Seite an sich super ist. Mir fehlt nur die Kategorie "Kleinanzeigen", die es früher mal gab...So manches Buch hätte ich nicht, wenn....

Zu dir, p.b. Ich gebe dir auch Recht. Wenn man archäologisch tätig ist, ist es natürlich nicht besonders ergreifend, abends auch noch mit anderen Kollegen neuesten Tratsch oder Theorien zu diskutieren.

Archäologie ist eine sehr weitverzeigte Wissenschaft. Ich hatte nicht dazu aufgefordert, dass jetzt jeder Vorstellungsrunde spielt und zum Besten gibt, wer sich mit was beschäftigt.

Aber gibt es zum Beispiel neue Trends in der Archäologie? Vielleicht eine neue theoretische Ausrichtung? Was wird denn in Deutschland gerade heiß diskutiert? Wie datiert man denn jetzt die Frühbronzezeit? Ist man da schon im 23. oder 24. Jh.? Etc etc. es gibt sicher viele spannende Themen, die man mal aufgreifen könnte.
Verfasst am: 23. 07. 2011 [18:38]
ARFINDA1
Experte
Dabei seit: 18.09.2010
Beiträge: 298
"a.brunn" schrieb:

"ARFINDA1" schrieb:

Die Archäologie unterliegt einer Zensur durch die Geldgeber für Universitäten und Hochschulen.


Sorry, aber das ist Humbug.
Es wird niemand einen reichen Atlantis-Fan hindern, Geld für die Archäologie zu stiften. Es ist eher die Frage, ob sich dann jemand findet, der die Beschäftigung mit dem Thema für sinnvoll hält.


Hallo,
man kann sich über die Art der Zensur streiten.
Wie kann eine Zensur aussehen?
Ein klassisches Beispiel ist nach meiner Ansicht die Ebstorfer Weltkarte. Ein Teil wurde beseitigt und das Rest nachhinein beschriftet. Welche Absicht verfolgten die Finder der Karte.
Ein Region, so groß wie das Saarland unterliegt einer Zensur.
Verfasst am: 23. 07. 2011 [18:55]
p.b.
Amateur
Dabei seit: 19.06.2006
Beiträge: 43
Was die Finder der Karte um 1830 im Sinn hatten?
Das kann dir glaub ich Niemand beantworten.

Der Schaden wurde ja auf Maüsefraß geschoben. Was weckt an dieser Version Zweifel?

Wenn ich deine Argumentation richtig verstehe, zensiert dieselbe Gruppe die 1830 eine kaputte Karte heraus gab die heutige Archäologie?
Verfasst am: 23. 07. 2011 [21:48]
kurti
Koryphäe
Dabei seit: 07.11.2003
Beiträge: 1241
Hallo brabakbw,

@brabakbw
Aber gibt es zum Beispiel neue Trends in der Archäologie? Vielleicht eine neue theoretische Ausrichtung? Was wird denn in Deutschland gerade heiß diskutiert? Wie datiert man denn jetzt die Frühbronzezeit? Ist man da schon im 23. oder 24. Jh.? Etc etc. es gibt sicher viele spannende Themen, die man mal aufgreifen könnte... ENDE

Schau doch einfach mal hier rein:

Magazin - Guide - Digger - Bibliothek - Mediathek

Sicher bekommst Du auch noch die "News per Mail" und das Internet bietet auch viele Informationen über Neues an der Front. ( Die Toten von Herxheim z.Bsp.)
Du brauchst also nur "aufzugreifen" was Dich interessiert und wenn Du Fragen hast oder gar ein eigenes Ideechen dazu
( soll bei Archäologen auch schon mal vorkommen 11-tongue2.gif ), dann eröffne einfach einen Thread und mach Deinen Kollegen hier im Forum mal ordentlich Dampf unterm Hintern.
argue.gif

Gruß
Kurti
Verfasst am: 23. 07. 2011 [22:27]
ARFINDA1
Experte
Dabei seit: 18.09.2010
Beiträge: 298
"p.b." schrieb:

Was die Finder der Karte um 1830 im Sinn hatten?
Das kann dir glaub ich Niemand beantworten.

Der Schaden wurde ja auf Maüsefraß geschoben. Was weckt an dieser Version Zweifel?

Wenn ich deine Argumentation richtig verstehe, zensiert dieselbe Gruppe die 1830 eine kaputte Karte heraus gab die heutige Archäologie?

Die Karte wurde eindeutig zensiert und um ein Teil gebracht, das es Wert war.
Zudem ist es eine Karte das vor der Zeit 0 v.Chr. erstellt wurde, somit mit Christlichem Glauben wenig zu tun hat. Es sind keine Lateinische Kreuze sondern Griechische, die zu sehen sind.
Die Uni-Lüneburg hat sich viel Mühe für die Übersetzung gegeben, jedoch wenig über die Schrift, das nachträglich eingefügt wurde.
Was das mit Archäologie zu tun hat?
Diese Karte zeigt eine Region, und keine Welt.



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