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Buch: »Atlantis? Ein Indizienbeweis«


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Verfasst am: 09. 12. 2009 [22:59]
antimon
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@Restitutus


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Zitat:Zitat:Nein, in keiner Weise. Plato sagt Atlantis sei größer als Libyen und Kleinasien gewesen.
Aber das impliziert nicht, dass Libyen und Kleinasien nicht Teile von Atlantis waren. Das Libyen Teil des Herrschaftsgebietes von Atlantis war erwähnt Platon ja explizit. Diodor sagt sogar in etwa: Libyen, Arabien, die Mittelmeerküste hoch bis zur heutigen Türkei sowie griechische Inseln. Diodor sagt allerdings, es waren die Libyschen Amazonen mit den Atlantern und den Ägyptern. Platon hingegen läßt merkwürdigerweise eine Lücke zwischen Libyen und Kleinasien. Diese Lücke entspricht exakt Ägypten zu der Zeit, in der Palästina ägyptisch war (Neues Reich).
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Neues_Reich.png&filetimestamp=20070125123657
Das fällt in die Zeit der Seevölker. Platons und Diodors Aussagen sind in diesem Punkt daher also durchaus stimmig.

Antwort auf:
Zitat:Zitat04-icon_cheesygrin.gifarum geht es nicht. Ich wollte darauf hinaus, dass Atlantis mit Libyen verglichen wird und daher verschieden von Libyen ist.
In einer Welt (oder antiken Weltanschauung), die sich in A, B und C aufteilt, wählt man zur Beschreibung eines Gebietes D, das größer als A, B oder C ist, einen der bekannten Orte A, B oder C und sagt, es sei größer als dieser. Z.B. Würde man sagen D ist größer als A. Hierbei ist es absolut unerheblich, dass D z.B. A enthält. Ganz im Gegenteil wäre es sogar naheliegend, dass man hier A erwähnt, denn das ist sicherlich die exakteste Methode. Würde ich z.B. das von Alexander d. Großen eroberte Gebiet erklären wollen, dann würde ich sagen: Es war größer als Makedonien, Klein Asien und Ägypten zusammen.

Antwort auf:
Zitat:Zitat:
Das ist nicht meine Annahme, so steht es in den Reiseführern.
Das heutige Agadir wurde von Puniern gegründet (oder erobert) und hieß damals (aus punischer Sicht) Risadir, das soviel wie großes Kap bedeutet (vermtl. Kap Herkules, also das heutiges Kap Ghir).

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Zitat:Zitat:Richtig. In Agadir selbst wird allerdings gesagt, das Wort bedeute "Befestigter Kornspeicher".
Bedeutet es u.a. auch. Es hat aber die Ethymologie g-d-r und das bedeutet eben auch Umfriedung, Einfriedung, Mauer, Gatter (für Schafe). Die abstrahierte Bedeutung ist soviel wie 'Geschütztes' oder 'geschützt Liegendes' oder 'Schützendes'.

Antwort auf:
Zitat:Zitat04-icon_cheesygrin.gifeine eigenen Worte:

Zitat:
Zitat:
e) bei den Berbern heisst das Atlas-Gebiet "Insel" (Algerien = Insel des Westens)



Algerien hat seinen Namen von der Stadt Algier erhalten. Das ist aber weder berberisch noch bedeutet es "Insel" im Singular.
Nein, nicht meine Worte, das war ein Statement von Nikolaus.

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Zitat:Zitat:Wie ist das dann mit den zehn Königen? Gibt es irgend etwas Vergleichbares in der berberischen Tradition? Kennen sie einen Mythos von fünf Zwillingspaaren?
Interessant ist, dass das Gebiet südlich des H. Atlas früher (d.h. wohl noch im 19ten Jhd. in 9 Teile bzw. Fürstentümer der Berber aufgeteilt war. (Steht so in meiner Meyers Encyclo von 189x). Ob das was mit den 10 Königen von Atlantis zu tun hat kann ich aber nicht sagen. Passt aber ganz gut, da 10 Königshäuser - 1 versunkenes (also Cherronesos s. mein Paper) = 9 Königshäuser wären. Das ist mir aber zu vage als Argument, daher habe ich es bisher auch nicht verwendet.

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Zitat:Zitat:War ihm der Bezug zu Gadeirike, der Gadeirischen Gegend, denn so wichtig?
Du meinst mit Gadeirike das heutige Cadiz? Das wäre ebenfalls eine mögliche Interpretation der Gaderischen Gegend, die auch auf meine These passen würde.

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Zitat:Zitat:Aber rote, weiße und schwarze Steine sehe ich schon, wenn ich mich hier, wo ich in diesem Augenblick sitze, nach links wende und das Haus auf der anderen Straßenseite ansehe. Trotzdem käme ich nicht auf die Idee, deswegen zu behaupten, Atlantis läge unter meinem Sessel!
Ist das Haus auf der anderen Strassenseite denn aus rot-schwarz-weißem Grundgestein? Ich meine, sind es Natursteine und sind diese drei Farben in dem einzelnen Stein vereint? Ich meine nicht: ein Stein rot, der andere weiß, der dritte schwarz. Sind die Farben wirklich Rot, Schwarz und Weiß? Dann würde ich Dich bitten mir davon ein Foto zu machen, denn bisher habe ich das noch nirgens gefunden (außer in Aglou)! Ich meine das ernst, ich wäre sehr daran interessiert!

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Zitat:Zitat:Manche sprechen sogar vom "Tritonischen Morast" (tritonis palus). Besonders anheimelnd klingt das alles nicht. Aber es passt irgendwie schon wieder zu Platons Schlammwüste. Bloß, dass es nicht am oder gar im Atlantik liegt.
Doch, es muss am Atlantik liegen (gelegen haben), denn Diodor sagt, dass es im Atlantik untergegangen ist.

"As mythology relates, their home [the home of the Libyan Amazons] was on an island which, because it was in the west, was called Hespera, and it lay in the marsh Tritonis. This marsh was near the ocean which surrounds the earth [the Atlantic Ocean]"

"The story is also told that the marsh disappeared from sight in the course of an earthquake, when those parts of it which lay towards the ocean were torn asunder."

Diese Beschreibung Diodors passt sehr gut auf meine Theorie des durch Erdbeben und [url "http://en.wikipedia.org/wiki/Soil_liquefaction"]Soil-liqufaction[/url] abgesackten alluvialen Küstenstreifens, den es mal in Südmarokko gegeben haben dürfte. In Nordmarokko gibt es genau solche, dem eigentlichen steinigen Festland vorgelagerten fruchtbaren Streifen entlang der Küste. Siehe mein Paper: 2.2.1.13 RI12 – Trench Parallel to the Shore. Diese alluvialen Streifen sitzen auf dem Kontinentalsockel, der teilweise mehrere Kilometer weit ins Meer hinaus flach absinkt. Obendrein sind diese fruchtbaren Landstreifen bewässert. Es ist geradezu logisch, dass ein solcher 'tritonischer Sumpf' der von Wasser durchtränkt ist, bei einem Erdbeben großflächig absacken muss.


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Zitat:Zitat:Falls es sich nun zeigt, dass alle antiken Quellen darin übereinstimmten, dass die Gadeirike nicht in Marokko lag, sondern in Andalusien, dann ist das ein Sachverhalt, mit dem antimons These einfach fertigwerden muss.
Wie gesagt kommt sie damit hervorragend zurecht. In dem Fall gäbe es (und gibt es) nämlich gleich zwei Gadeirische Gegenden! Und die in Iberia würde in keiner Weise im Gegensatz zu meiner These sprechen, sie würde nur eine andere Dimension des dem Gadir zugesprochenen Gebietes bedingen. Aber das ist für meine These egal.

Antwort auf:
Zitat:Zitat04-icon_cheesygrin.gifaran, wie sie mit solchen Schwierigkeiten umgeht, beweist sich ihre Tragfähigkeit.
Ein doppelt erfülltes Indiz ist doppelt 'sicher'!
q.e.d.

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Zitat:Zitat:... und die Gadeirike ist ein anderes, und zwar im Gebirge gelegenes. Das geht ganz klar aus Kritias Kap. X hervor.
Das kann ich nicht nachvollziehen. Kannst Du mir das bitte erläutern?

Antwort auf:
Zitat:Zitat:Und Platon sagt mehrmals eindeutig, dass Atlantis zu allen Seiten von Meer umgeben ist.
Also ich glaube nicht! Platon sagt das in keinem einzigen Fall. Auf welcher Quelle arbeitest Du wenn ich fragen darf? Wäre auch nett, wenn Du das mit Textverweisen belegen könntest.

Viele Grüße
Michael


Circumstantial Evidence for Plato's Atlantis in South Morocco - A Hierarchical Constraint Satisfaction Approach: http://asalas.org
Verfasst am: 09. 12. 2009 [23:12]
antimon
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@Kurti

Antwort auf:
Zitat:Es wäre ja nett mal die griechische Textquelle anzugeben in der das so steht. Ich meine jetzt nicht Sumpf oder Marschland sondern das mit der Insel Atlantis.
Pardon, korrekt. Bzw. nicht korrekt, es heißt natürlich Insel "Hespera" und nicht Insel "Atlantis". Steht ja aber so auch in meinem Buch und Paper. Ich habe hier in dem Eifer des Gefechts was falsches eingetippt. Ein Forumspost wird halt nicht reviewed. Sorry dafür! Ich wollte aber im Prinzip auch auf den Unterschied Sumpf vs. See hinweisen. Dennoch stehe ich zu der Aussage, dass Diodors Insel Hespera Platons Insel Atlantis entspricht. Das wiederum der Garten der Hesperieden wäre, also die von mir lokalisierte Souss-Massa Ebene.

Antwort auf:
Zitat:>hierarchical constraint satisfaction< wesentlich mehr >nicht erfüllte< Übereinstimmungen bilanziert als >erfüllte<.
Wenn Sie solche Statements abgeben sollten Sie das schon belegen, denn es stimmt nicht!

Antwort auf:
Zitat:Es ist auch unglaubhaft, dass die ganze Kultur der Atlanter unterging, weil die Ebene überschwemmt wurde die ja nur >eine< von >vielen< war.
Falsch! Atlantis wurde ja auch von den Griechen besiegt.

Antwort auf:
Zitat11-tongue2.giflaton betont z.Bsp., dass beim Einfangen der Opferstiere keine >Eisen<
Selbst wenn da im Umkehrschluss Eisen gemeint sein sollte, hat das nichts zu sagen. Insbesondere in Südmarokko kann man überall Mineralien kaufen. Darunter oft auch metallisches Eisen (Meteoriteneisen), das in der Wüste zu finden ist.

Antwort auf:
Zitat:Es fehlt aber hier jeglicher historische Hinweis auf eine Seemacht im Maghreb. Im Gegenteil kommen die Meshwesh über Land und der libysche Fürst bedient sich der Sizilianer und Sarden als Seestreitmacht.
Das passt wunderbar zu meiner These bzw. der Aussage Diodors, da ist auch nicht von einer Seemacht die Rede sondern von Mensch und Pferd. Als Waffen nennt er Bogen. Wer die Seevölker im einzelnen waren wird zurzeit noch sehr kontrovers diskutiert. Platon sagt übrigens nichts von einem Seekrieg.

Antwort auf:
Zitat:Auch die Guanchen, wenn identisch mit den Berbern, hatten keine Schiffe.
Dann sind sie wohl auf die Kanaren geschwommen?


Antwort auf:
Zitat04-icon_cheesygrin.gifamit bleibt offen wann der Krieg war. Er war jedenfalls nicht 9000 v.Chr., denn Ägypten wurde ja erst 1000 Jahre später gegründet und von der
Das sehe ich auch so! Die Gründung war vielleicht 9000 v.u.Z. Der Krieg könnte 900 vor Platon/Solon (Seevölker) gewesen sein.
Antwort auf:
Zitat:Auf gut Deutsch heißt das, dass Platon die Vorstellung von einer Erdkugel hatte und somit für ihn der (Atlantische-) Ozean nicht mehr der Ringozean um eine Erdscheibe war.
Das schreibt er im Timaios auch. Die Kugel sei die perfekte Form daher müsse die Erde diese Form haben. Woher er diese revolutionäre Erkenntnis hatte wäre interessant zu wissen?
Antwort auf:
Zitat:In Marokko dürfte das Blau aber auf die Araber zurückgehen, denn für sie ist Blau die Farbe des Unheils und des >Bösen Blickes< und somit
Nein, in keinem Fall. Purpur und somit auch alle Blau und Rottöne wurden schon von Phöniziern in Marokko in großen Mengen hergestellt.


Antwort auf:
Zitat11-tongue2.giflatons übereinstimmt und wo es hinkt streiche oder ändere ich seine Aussagen damit wieder Übereinstimmung herrscht und nenne das dann Exigese.
Ich streiche oder ändere keine Aussagen. Das ist schon eine ziemlich grobe Unterstellung.

Viele Grüße
Michael


Circumstantial Evidence for Plato's Atlantis in South Morocco - A Hierarchical Constraint Satisfaction Approach: http://asalas.org
Verfasst am: 10. 12. 2009 [10:32]
Restitutus
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Antwort auf:
Zitat:
Zitat:Antwort auf ...Bei Gibraltar besteht wissenschaftlicher Konsens (denke ich), dass es sich hierbei in der Antike um die Säulen des Herakles handelte. Bei den beiden anderen Interpretationen aber meines Wissens nicht.
Nicht ganz. Strabon zeigt auf, dass die Säulen des Herakles ursprünglich tatsächlich zwei Säulen waren, die im Melkarth-Tempel von Gadeira-Cadiz standen. Erst nachträglich wurde der Begriff auf Gibraltar und Ceuta übertragen.

Völlig abwegig sucht Tacitus sie dagegen im Raum Friesland.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...Offtopic: Übrigens ist z.B. Berchtesgaden ebenfalls eine 'Gadeirische Gegend', da die Etymologie auch auf das semitische g-d-r zurückzuführen ist.
Nicht ganz. Richtig ist, dass die Wurzel g-d-r den semitischen und den indoeuropäischen Ursprachen gemeinsam ist.


Antwort auf:
Zitat:
Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...
Zitat:Zitat:Zitat:Nein, in keiner Weise. Plato sagt Atlantis sei größer als Libyen und Kleinasien gewesen.
Aber das impliziert nicht, dass Libyen und Kleinasien nicht Teile von Atlantis waren.
Das ist aber eine ganz andere Aussage, die nicht mit deinem Versuch in Einklang steht, einen Teil von Libyen als Atlantis zu identifizieren.



Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...
Das Libyen Teil des Herrschaftsgebietes von Atlantis war erwähnt Platon ja explizit.

Richtig. Es ist erobert worden. Woraus folgt, dass Atlantis nicht in Libyen gelegen haben kann, denn dann wäre keine Eroberung erforderlich gewesen. Das spricht also gegen deine Lokalisierung.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...
Platon hingegen läßt merkwürdigerweise eine Lücke zwischen Libyen und Kleinasien.
Tut er eigentlich nicht. In meinem Buch habe ich darauf hingewiesen, dass Platon sich hier an Herodot anlehnt, der gleichlautend sagte, Europa sei größer als Libyen und Asien zusammen (als die Grenze zwischen beiden wurde in der Antike der Nil aufgefasst). Herodot evoziert das Bild einer kreisförmigen Ökumene, in der das Mittelmeer aus dem Zentrum heraus nach Südosten verschoben ist. So ergibt sich aus griechischer Sicht: Norden = Europa, Osten = Asien, Süden = Libyen; nur dort, wo der Westen sein sollte, klafft ein riesiges Loch, der Atlantische Ozean. Wenn darin nun Atlantis ergänzt wird, ergibt sich ganz von selbst, dass es ebenfalls größer sein muss als Libyen und Asien, um den Kreis zu vervollständigen, wie Platon es sich offenbar denkt.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...In einer Welt (oder antiken Weltanschauung), die sich in A, B und C aufteilt, wählt man zur Beschreibung eines Gebietes D, das größer als A, B oder C ist, einen der bekannten Orte A, B oder C und sagt, es sei größer als dieser. Z.B. Würde man sagen D ist größer als A. Hierbei ist es absolut unerheblich, dass D z.B. A enthält. Ganz im Gegenteil wäre es sogar naheliegend, dass man hier A erwähnt, denn das ist sicherlich die exakteste Methode. Würde ich z.B. das von Alexander d. Großen eroberte Gebiet erklären wollen, dann würde ich sagen: Es war größer als Makedonien, Klein Asien und Ägypten zusammen.
Das funktioniert vielleicht bei der Beschreibung eroberter Gebiete. Platon sagt aber, die Insel Atlantis selbst sei geographisch/geologisch größer gewesen als Libyen. Folglich muss Atlantis außerhalb von Libyen liegen.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...
Das heutige Agadir wurde von Puniern gegründet (oder erobert) und hieß damals (aus punischer Sicht) Risadir, das soviel wie großes Kap bedeutet (vermtl. Kap Herkules, also das heutiges Kap Ghir).

Falsch. Das antike Risadir entspricht dem modernen Melilla und nicht Agadir. Das ist durch Münzfunde, auf denen der Name festgehalten ist, zweifelsfrei bewiesen.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...
Ist das Haus auf der anderen Strassenseite denn aus rot-schwarz-weißem Grundgestein? Ich meine, sind es Natursteine und sind diese drei Farben in dem einzelnen Stein vereint?
Platon erhebt diese Forderung nicht. Er schreibt wörtlich: ton men leukon, ton de melana, ton de erythron onta; "Manche davon weiß, manche schwarz und manche wieder rot". Keine Rede davon, dass alle Farben im selben Stein vorkommen müssen. Das ist auch eine völlig abwegige Idee, die mir noch in keiner Übersetzung des Textes begegnet ist.

Antwort auf:
Zitat:
Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...
Zitat:Zitat:Zitat:Zitat:... und die Gadeirike ist ein anderes, und zwar im Gebirge gelegenes. Das geht ganz klar aus Kritias Kap. X hervor.
Das kann ich nicht nachvollziehen. Kannst Du mir das bitte erläutern?
Platon betont hier ausdrücklich, dass seine Heeresstatistik in Kritias X nur für die Ebene gilt, für die ganze Ebene und gleichzeitig nur für jenes der zehn Königreiche, in dem die Hauptstadt liegt. Daraus folgt, dass die anderen neun Königreiche einschließlich der Gadeirischen Gegend außerhalb der Ebene, d. h. im Gebirge liegen.

Antwort auf:
Zitat:
Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...
Zitat:Zitat:Zitat:Zitat:Und Platon sagt mehrmals eindeutig, dass Atlantis zu allen Seiten von Meer umgeben ist.
Also ich glaube nicht! Platon sagt das in keinem einzigen Fall. Auf welcher Quelle arbeitest Du wenn ich fragen darf? Wäre auch nett, wenn Du das mit Textverweisen belegen könntest.
Ich verwende den griechischen Originaltext sowie vier deutsche, eine englische und eine französische Übersetzung (die Abweichungen voneinander sind zum Teil beträchtlich! Ohne den Originaltext kommt man also leider nicht aus). Eine Schlüsselstelle ist wieder Kritias X: prôton men oun ho topos hapas elegeto sphodra te hypsêlos kai apotomos ek thalattês - "Zunächst wird erzählt, dass das ganze Land außerordentlich hoch gelegen und vom Meer steil aufgestiegen sei." (Mit Ausnahme der Ebene der Hauptstadt, die ausdrücklich im Süden, wörtlich: gen Mittag, der Insel gelegen habe. Sous-Massa zeigt aber nach Westen.) Außerdem spricht Platon mehrmals ausdrücklich davon, dass man von Atlantis aus die anderen Inseln im Atlantik und von dort aus den jenseitigen Kontinent erreicht habe. Andere Inseln kann man aber nur erreichen, wenn man selbst auf einer solchen wohnt. Folglich ist auch Atlantis eine echte Insel und kein libyscher Küstenstrich.

P.S.: Hier gibt es eine sehr aufschlussreiche Deutung der Flora und Fauna von Atlantis, insbesondere der Elefanten: [url "http://www.rhm.uni-koeln.de/121/Herter.pdf"]http://www.rhm.uni-koeln.de/121/Herter.pdf[/url].
[url "http://old.perseus.tufts.edu/cgi-bin/morphindex?lang=greek&lookup=prw%3Dton&bytepos=514899&wordcount=1&embed=2&doc=Perseus%3Atext%3A1999.01.0179"][/url]



„Als Antoninus ist mein Heimatland Rom. Als Mensch ist es das Universum."
- Marcus Aurelius Antoninus, römischer Kaiser

Verfasst am: 10. 12. 2009 [10:39]
Restitutus
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Antwort auf:
Zitat:Es wäre ja nett mal die griechische Textquelle anzugeben in der das so steht. Ich meine jetzt nicht Sumpf oder Marschland sondern das mit der Insel Atlantis.
Antwort auf:
Pardon, korrekt. Bzw. nicht korrekt, es heißt natürlich Insel "Hespera" und nicht Insel "Atlantis". Steht ja aber so auch in meinem Buch und Paper. Ich habe hier in dem Eifer des Gefechts was falsches eingetippt. Ein Forumspost wird halt nicht reviewed. Sorry dafür! Ich wollte aber im Prinzip auch auf den Unterschied Sumpf vs. See hinweisen. Dennoch stehe ich zu der Aussage das Dipodors Insel Hespera Platons Insel Atlantis entspricht.
Mit welcher Begründung? Platon sagt ausdrücklich, Atlantis erhebe sich steil aus dem Meer und nicht aus einem Sumpf. Sollen wir uns vorstellen, dass das ganze Gebirge mit seinen neun Königreichen, seinen Elefanten und Millionen von Kriegern aus dem Morast erwachsen sei wie Jasons Drachenzahnkrieger?


Zitat:Auf gut Deutsch heißt das, dass Platon die Vorstellung von einer Erdkugel hatte und somit für ihn der (Atlantische-) Ozean nicht mehr der Ringozean um eine Erdscheibe war.
Antwort auf:
Das schreibt er im Timaios auch. Die Kugel sei die perfekte Form daher müsse die Erde diese Form haben. Woher er diese revolutionäre Erkenntnis hatte wäre interessant zu wissen?
Von den Pythagoreern, denen Platon ja überhaupt weite Teile seiner Philosophie verdankt. Pythagoras sprach bereits davon, möglicherweise unter Berufung auf Parmenides.





„Als Antoninus ist mein Heimatland Rom. Als Mensch ist es das Universum."
- Marcus Aurelius Antoninus, römischer Kaiser

Verfasst am: 10. 12. 2009 [17:10]
hns
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Antwort auf:
Zunächst wird erzählt, dass das ganze Land außerordentlich hoch gelegen und vom Meer steil aufgestiegen sei." (Mit Ausnahme der Ebene der Hauptstadt, die ausdrücklich im Süden, wörtlich: gen Mittag, der Insel gelegen habe. Sous-Massa zeigt aber nach Westen.) Außerdem spricht Platon mehrmals ausdrücklich davon, dass man von Atlantis aus die anderen Inseln im Atlantik und von dort aus den jenseitigen Kontinent erreicht habe. Andere Inseln kann man aber nur erreichen, wenn man selbst auf einer solchen wohnt. Folglich ist auch Atlantis eine echte Insel und kein libyscher Küstenstrich.
Hier möchte ich mich mit einer neuen Überlegung einklinken - und zwar glaube ich kann ich jetzt eine vage Idee zur Kyreneike formulieren (wobei ich nicht geprüft habe ob der Notfall Atlantis das nicht auch schon so geschrieben hat). Und zwar lasse ich mal alle Texte von nach-Platonschen Autoren (Diodor usw.) weg denn die haben wohl auch nur versucht das oben wiedergegebene Original zu interpretieren und wenn, dann nur ganz wenige zusätzliche Fakten einbringen können.

a) nehmen wir an, dass der "Atlantische Ozean" der ehemalige (Triton?)Binnensee südlich der Kyreneike war
b) wenn der See schätzungsweise so groß wie einer der großen Seen der USA war (der Michigansee ist fast so groß wie Deutschland), dann kann man den leicht für ein Meer halten oder auch als solches bezeichnen. Vor allem kann man wegen der Erdkrümmung nur ca. 15 Seemeilen weit sehen. Dann sieht man in alle Richtungen "Meereshorizont".
c) dann wären die Säulen des Herakles die Einfahrt vom Mittelmeer in den See - irgendwo an der großen Syrte. Selbst wenn die meisten griechischen Autoren das anders berichten. Man muss aber bedenken dass hier ein ägyptischer Priester fast wörtlich zitiert wird ("vor der Mündung die Ihr in Euerer Sprache Säulen des Herakles nennt"05-icon_wink.gif
d) damit läge der Atlantische Ozean auf einer Schiffahrtsroute von der Ägäis oder Ägypten aus um die große Syrte herum "hinter" den SdH
e) man kommt über diesen Ozean (nach Süden) weiter zu einem Festland (Afrika)
f) die Kyreneike ist eine 200 m hoch gelegene große Ebene, die nach Norden bis ca. 600 m ansteigt. Von dort geht es recht steil ins Mittelmeer. Wenn man auf Google Earth versucht die Höhen anzuzeigen dürfte es auch vom Binnensee aus recht steil gewesen sein
g) die anderen Inseln könnten sich in diesem Binnensee befunden haben

Dass der Binnensee im Osten begrenzt ist und die Kyreneike damit eigentlich eine Halbinsel war, könnte dem Berichterstatter aufgrund der schieren Größe des Sees entgangen sein. Da es ja von Norden und übers Meer einen schönen einfachen Zugang gab.

Und das alles würde m.E. erklären warum sich Platon so umständlich ausdrückt, dass dieses Meer eigentlich ein Bucht und jenes Meer eigentlich ein Ozean sei. Das kommt mir vor wie wenn jemand zwei verschiedene Sichtweisen in wenigen Sätzen unter einen Hut bringen will und dabei vielleicht sogar die Demonstrativpronomen durcheinanderbringt. Einmal vom Mittelmeer kommend betrachtet und einmal von der "Insel" aus.

Ich denke vom Betrachterstandpunkt hängen folgende Aussagen ab:
"vor der Mündung" (aus welcher Richtung ist das betrachtet?)
"alles was innerhalb der erwähnten Mündung liegt erscheint als Hafenbucht" (wo ist innen und wo ist außen bei einer Mündung?)
"jenes kann man wohl wirklich als Meer bezeichnen" (was genau ist mit "jenes" bezeichnet?)
Verfasst am: 10. 12. 2009 [20:16]
kurti
Koryphäe
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Hallo hns,

was Platon unter >innerhalb< verstand geht aus der Aufzählung der Länder hervor die innerhalb lagen.
Das waren also Libyen bis nach Ägypten und Europa bis nach Tyrrenien. Mit ihrer Heeresmacht wollten die Atlanter dann auch noch Athen, Ägypten und überhaupt das ganze innerhalb der Mündung liegende Gebiet unterjochen.
Demnach müßte dann Dein Tritonsee das Meer vor der Mündung sein und wäre damit das eigentlich so zu nennende Meer.
(Timaios 24e,25a,b.)

Gruß
Kurti
Verfasst am: 10. 12. 2009 [21:03]
kurti
Koryphäe
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Beiträge: 1241
Hallo Antimon,


ZITAT:
Nein, in keinem Fall. Purpur und somit auch alle Blau und Rottöne wurden schon von Phöniziern in Marokko in großen Mengen hergestellt.
ENDE

Es geht bei Deinem Argument darum, dass Du die Vorliebe der Berber in Südmarokko zu Blau auf die ebenfalls blauen Umhänge der Atlanter zurückführst. Wer die Farbe herstellte ist nicht relevant und außerdem waren die Phönizier keine Berber sprich Platons Atlanter.

ZITAT:
Ich streiche oder ändere keine Aussagen. Das ist schon eine ziemlich grobe Unterstellung.
ENDE


Ich glaube Restitutus hat Dir bereits eine kleine Auswahl präsentiert. Die wesentlichsten Uminterpretationen sind doch, dass Deine Ebene keine Insel ist und Platon von dieser Ebene als eine von vielen auf der Insel Atlantis spricht. Diese Insel müßte dann wenigsten der Maghreb sein, aber der ist auch keine Insel und von der Größe will ich erst garnicht reden usw.usf.
Daraus ergibt sich m.E. auch die von mir angeführte >dürftige< Bilanz der Übereinstimmungen.
Wertigkeit hin Wertigkeit her.

Gruß
Kurti
Verfasst am: 10. 12. 2009 [23:07]
Restitutus
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Antwort auf:
Zitat:
Antwort auf ...
a) nehmen wir an, dass der "Atlantische Ozean" der ehemalige (Triton?)Binnensee südlich der Kyreneike war
... dann dürfte Platon von diesem Atlantischen Ozean nicht sagen, dass er wegen seiner Größe "wahrhaftig als Meer" bezeichnet werden dürfte, demgegenüber das Mittelmeer wie eine Hafenbucht aussehe. Er äußert den gleichen Gedanken ja schon im "Phaidon" und fügt dort den berühmten Nachsatz an, dass die Griechenstädte rings um das Mittelmeer säßen wie Frösche um ihren Tümpel.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...b) wenn der See schätzungsweise so groß wie einer der großen Seen der USA war (der Michigansee ist fast so groß wie Deutschland), dann kann man den leicht für ein Meer halten oder auch als solches bezeichnen. Vor allem kann man wegen der Erdkrümmung nur ca. 15 Seemeilen weit sehen. Dann sieht man in alle Richtungen "Meereshorizont".
Allerdings hat antimon schon mit Recht darauf hingewiesen, dass der Tritonsee eigentlich ein Tritonsumpf oder gar -morast ist. Und den wird niemand mit einem Meer verwechseln.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...c) dann wären die Säulen des Herakles die Einfahrt vom Mittelmeer in den See - irgendwo an der großen Syrte. Selbst wenn die meisten griechischen Autoren das anders berichten. Man muss aber bedenken dass hier ein ägyptischer Priester fast wörtlich zitiert wird ("vor der Mündung die Ihr in Euerer Sprache Säulen des Herakles nennt"05-icon_wink.gif

Unterstell dem Ägypter keine Naivität. Ägypten war tatsächlich zu Zeiten eine bedeutende mittelmeerische Seemacht; und da Sais obendrein enge Kontakte zum benachbarten Naukratis pflegte, einer rein griechischen Stadt auf ägyptischem Gebiet, dürfte er sehr genau gewusst haben, was ein Grieche unter den Säulen des Herakles verstand.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...d) damit läge der Atlantische Ozean auf einer Schiffahrtsroute von der Ägäis oder Ägypten aus um die große Syrte herum "hinter" den SdH
e) man kommt über diesen Ozean (nach Süden) weiter zu einem Festland (Afrika)

Dieses Festland kann nicht Afrika sein. Im "Timaios" wird es von Libyen/Afrika sorgfältig unterschieden: "die Königsmacht, die über die ganze Insel [Atlantis] wie auch über viele andere Inseln und über Teile des jenseitigen Festlands ihre Macht
ausübte. Auf der uns zugewandten Seite [der Säulen des Herakles] herrschte sie außerdem über Libyen bis nach Ägypten und über Europa bis nach Tyrrhenien."
(Hervorhebungen von mir)

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...Ich denke vom Betrachterstandpunkt hängen folgende Aussagen ab:
"vor der Mündung" (aus welcher Richtung ist das betrachtet?)
Immer aus der athenischen.


Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ..."alles was innerhalb der erwähnten Mündung liegt erscheint als Hafenbucht" (wo ist innen und wo ist außen bei einer Mündung?)
Innen = "auf der uns zugewandten Seite". Uns = Athen & Sais.

Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ..."jenes kann man wohl wirklich als Meer bezeichnen" (was genau ist mit "jenes" bezeichnet?)
Das Gegenteil von "alles, was innerhalb der erwähnten Mündung liegt".






„Als Antoninus ist mein Heimatland Rom. Als Mensch ist es das Universum."
- Marcus Aurelius Antoninus, römischer Kaiser

Verfasst am: 11. 12. 2009 [08:56]
hns
Experte
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Antwort auf:
Zitat:
Antwort auf:
Antwort auf ...
a) nehmen wir an, dass der "Atlantische Ozean" der ehemalige (Triton?)Binnensee südlich der Kyreneike war
... dann dürfte Platon von diesem Atlantischen Ozean nicht sagen, dass er wegen seiner Größe "wahrhaftig als Meer" bezeichnet werden dürfte, demgegenüber das Mittelmeer wie eine Hafenbucht aussehe. Er äußert den gleichen Gedanken ja schon im "Phaidon" und fügt dort den berühmten Nachsatz an, dass die Griechenstädte rings um das Mittelmeer säßen wie Frösche um ihren Tümpel.

Sagt er das wirklich? Genau das ist mein Zweifel. Darauf herumreiten dass es "wahrhaftig als Meer" zu bezeichnen wäre würde ich bei etwas was man auch für einen großen See halten kann. Und welche Wasserfläche er als (kleine) Hafenbucht bezeichnet ist m.E. genau von der Deutung von "innen" und "außen" abhängig und wo die SdH zu lokalisieren sind. Ich denke es könnte auch beidesmal die gleiche Wasserfläche gemeint sei.
Antwort auf:
Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...b) wenn der See schätzungsweise so groß wie einer der großen Seen der USA war (der Michigansee ist fast so groß wie Deutschland), dann kann man den leicht für ein Meer halten oder auch als solches bezeichnen. Vor allem kann man wegen der Erdkrümmung nur ca. 15 Seemeilen weit sehen. Dann sieht man in alle Richtungen "Meereshorizont".
Allerdings hat antimon schon mit Recht darauf hingewiesen, dass der Tritonsee eigentlich ein Tritonsumpf oder gar -morast ist. Und den wird niemand mit einem Meer verwechseln.

Wenn ich das richtig verstanden habe dann ist das Diodor der das als Sumpf/Morast bezeichnet. D.h. etwa 300 Jahre nach Platon. Platon berichtet eine Geschichte die Solon in Ägypten erzählt wurde und damals schon weit in der Vergangenheit lag. D.h. zum Handlungszeitpunkt kann der See deutlich größer und tiefer gewesen sein. Dass er allmählich verlandet ist, ist offensichtlich (lt. Google Earth sind die Dünen im Landesinneren bis zu ca. 10-12 m über N.N.). Und wie schnell ein riesiger Binnensee fast komplett verlanden kann sieht man heutzutage am Aral-See (das war vor nur 50 Jahren der viertgrößte auf der Erde!) oder der Tschad-See.
Antwort auf:


Antwort auf:
Zitat:Antwort auf ...c) dann wären die Säulen des Herakles die Einfahrt vom Mittelmeer in den See - irgendwo an der großen Syrte. Selbst wenn die meisten griechischen Autoren das anders berichten. Man muss aber bedenken dass hier ein ägyptischer Priester fast wörtlich zitiert wird ("vor der Mündung die Ihr in Euerer Sprache Säulen des Herakles nennt"05-icon_wink.gif

Unterstell dem Ägypter keine Naivität. Ägypten war tatsächlich zu Zeiten eine bedeutende mittelmeerische Seemacht; und da Sais obendrein enge Kontakte zum benachbarten Naukratis pflegte, einer rein griechischen Stadt auf ägyptischem Gebiet, dürfte er sehr genau gewusst haben, was ein Grieche unter den Säulen des Herakles verstand.

Das ist ein berechtigter Einwand auf den ich keine Antwort habe.
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Zitat:Antwort auf ...d) damit läge der Atlantische Ozean auf einer Schiffahrtsroute von der Ägäis oder Ägypten aus um die große Syrte herum "hinter" den SdH
e) man kommt über diesen Ozean (nach Süden) weiter zu einem Festland (Afrika)

Dieses Festland kann nicht Afrika sein. Im "Timaios" wird es von Libyen/Afrika sorgfältig unterschieden: "die Königsmacht, die über die ganze Insel [Atlantis] wie auch über viele andere Inseln und über Teile des jenseitigen Festlands ihre Macht
ausübte. Auf der uns zugewandten Seite [der Säulen des Herakles] herrschte sie außerdem über Libyen bis nach Ägypten und über Europa bis nach Tyrrhenien."
(Hervorhebungen von mir)

Aha. Das würde ich unter der Hypothese so lesen, dass Libyen vom Nil bis zu den SdH reicht - aber nicht weiter. Der Herrschaftsbereich betrifft Teile des Festlandes (westliches Nordafrika) und von der großen Syrte bis zum Nil. Wäre m.E. schlüssig.
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Zitat:Antwort auf ...Ich denke vom Betrachterstandpunkt hängen folgende Aussagen ab:
"vor der Mündung" (aus welcher Richtung ist das betrachtet?)
Immer aus der athenischen.

Worauf beruht diese Annahme?
Kritias Berichtsstil scheint mir teilweise wörtliche Rede zu sein, also Wiedergabe dessen was der ägyptische Priester gesagt hat. Warum sollte er die athenische Sicht in den Mittelpunkt stellen?
Und Kritias scheint mir ja vor allem die Geschichte wiederzugeben die ihm erzählt wurde. Vor allem will er die Geschichte ja Sokrates und Timaios erst mal möglichst gedächtnistreu zur Diskussion vorstellen. Ob sie für ihr Thema geeignet wäre und die Bewertung will er den anderen überlassen ("Darum hast du, Sokrates, jetzt zu erwägen, ob diese Erzählung nach deinem Sinne ist oder ob wir an ihrer Stelle noch eine andere suchen müssen"05-icon_wink.gif.
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Zitat:Antwort auf ..."alles was innerhalb der erwähnten Mündung liegt erscheint als Hafenbucht" (wo ist innen und wo ist außen bei einer Mündung?)
Innen = "auf der uns zugewandten Seite". Uns = Athen & Sais.

Hier würde ich genau andersrum denken. Wenn man per Schiff entlang der Küste zu einer Mündung kommt und da hineinfährt, wäre innen eben der See. Athen&Sais wären dann "außen".
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Zitat:Antwort auf ..."jenes kann man wohl wirklich als Meer bezeichnen" (was genau ist mit "jenes" bezeichnet?)
Das Gegenteil von "alles, was innerhalb der erwähnten Mündung liegt".

Oder ist sowohl "dieses" als auch "jenes" einfach beidesmal das "Atlantische Meer" und es werden gar nicht zwei Meere verglichen? Jedenfalls in der mir vorliegenden Übersetzung aus "Rohwolts Klassiker" klingt das gar nicht so sehr nach Vergleich aus unserer Satellitenperspektive sondern eher nach dem Suchen von geeigneten Worten um die lokale geographische Situation möglichst gut zu beschreiben.


Was ich so langsam merke ist wie schwierig es ist den Text nicht überzuinterpretieren und warum es so viele verschiedene Theorien gibt von denen selbst die am wenigsten esoterischen innere Widersprüche aufweisen...
Verfasst am: 11. 12. 2009 [09:25]
hns
Experte
Dabei seit: 23.08.2006
Beiträge: 370
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Zitat:
b) Vergleich der Schriftzeichen des Diskus mit der Schrift der Tuareg:

Das finde ich eine sehr interessante Beobachtung. Wenn allerdings auch sehr vage. Aber sicherlich ein Weg um tiefere Erkenntnisse zu erlangen. Mann sollte bei dem Vergleich auch andere (alle) afro-asiatischen Sprachen einbeziehen. Auch sollte man die Frühformen des Tifinagh untersuchen, denn die sehen doch teilweise noch anders aus als das neumodische Alphabet.

Ich habe da mal ein bischen Hintergrundinformation per Wikipedia und Google zusammengetragen. Ja, der Vergleich ist sehr dürftig. Zum einen sind die modernen Schriftzeichen des Tifinagh zitiert und nicht ältere Berberschrift-Formen die teilweise erheblich abweichen. Und dann konnte ich nicht mal alle angegebenen Schriftzeichen finden und nachvollziehen.

Hier zwei Links:

de.wikipedia.org/wiki/Tifinagh-Schrift#Darstellung_in_Unicode
www.ancientscripts.com/berber.html


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Zitat:
Das Hauptergebnis "Souss-Massa-Ebene" kommt nämlich aus genau 3 Masken:

Das Hauptergebnis ist das Resultat mit allen Indizien. Das Ergebnis der globalen Indizien ist umso aussagekräftiger, je mehr Indizien auf dieser Ebene ausgewertet werden. Die von Dir angeführeten 3 sind gewissermaßen der KGN.
Das meine ich. Du hättest Dir die geesamten restlichen Überlegungen sparen können weil 3 schon ausreichen um die Erdoberfläche auf genau diese Region einzugrenzen... Entsprechend stichhaltig müssen diese drei aber auch sein.

Das ist m.E. auch das Problem mit unserer Diskussion. Kurti und Restitutus weisen darauf hin dass manche der übrigen Indizien nicht stimmig sind oder gar widersprüchlich (Lokalisierung der Hauptstadt im Süden oder Westen?). Das könnte eben auch ein Hinweis darauf sein dass auch schon die ersten drei nicht exakt stimmen. Und zu scharf sind so dass alternative Orte nicht mehr untersucht werden (müssen).

Und eines ist mir auch klargeworden - wenn man alle Kriterien zu scharf ansetzt bleibt die leere Menge übrig...

Nikolaus



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