- 1: Magazine.
- 1.1: Feature.
- 1.1.1: Varus Battle Phenomenon.
- 1.1.2: Archaeoastronomy.
- 1.1.3: On the Borders of the Celtic World - Iron Age Fortifications.
- 1.1.4: The Horse.
- 1.1.5: Castle Archaeology in Friaul.
- 1.1.6: The Quest for the "How" - Experimental Archaeology.
- 1.1.7: Mythos Neanderthals.
- 1.1.8: Neues aus dem Alten Ägypten.
- 1.1.9: Der Limes.
- 1.1.10: Pfahlbauten und Seeufersiedlungen.
- 1.1.11: Montanarchäologie.
- 1.1.12: Die Alamannen.
- 1.1.13: Syrien.
- 1.1.14: Musikarchäologie.
- 1.1.15: Fürstengräber.
- 1.1.16: Archäologie 2000.
- 1.1.17: Häuser im Moor.
- 1.2: Fundpunkt.
- 1.3: News.
- 1.4: In the Press.
- 1.5: On TV.
- 1.6: Event Calendar.
- 1.1: Feature.
- 2: Guide.
- 3: Digger.
- 4: Library.
- 5: Mediathek.
- 6: Forum.
- 7: Club.
- 8: Authors.
- 9: FAQ.
Von A bis Z

Zum Inhalt
- Einleitung
- Definition der Archäoastronomie
- Datierungsgenauigkeit und Beschränkung astronomischer Aussagen
- Quellen der Archäoastronomie
- Forschungsmethoden der Archäoastronomie anhand von vier Beispielen
- Glossar astronomischer Begriffe
- Literatur
Einleitung
Im Gegensatz zu anderen in ‚Archäologie online' behandelten Themen betätigen sich auf dem Gebiet der Archäoastronomie überdurchschnittlich viele Laien. Während etwa in der Montanarchäologie erfolgreich nur mit profunden Fachkenntnissen der Archäologie, der Materialanalyse sowie dem Einsatz schweren Geräts gearbeitet werden kann, ist die Klärung astronomischer Gesichtspunkte bei der Errichtung vorzeitlicher Denkmäler im Prinzip auch am Schreibtisch möglich, sofern hinreichend genaue Pläne der archäologischen Grabungen und topographisches Kartenmaterial der Umgebung zur Verfügung stehen. Bei Verwendung der üblichen PC-Planetariumsprogramme zur Ermittlung von Azimuten und dergleichen ist allerdings zu beachten, daß diese gewissermaßen nur das astronomische Grundgerüst zu liefern vermögen. Eine Abschätzung der Einflüsse von atmosphärischer Extinktion und Dämmerungshelligkeit, aber auch des mit wachsendem Zeitabstand zunehmend unsicherer werdenden tatsächlichen Rotationszustandes der Erde für die Bronzezeit und davor, erfordern weitergehende astronomische Kenntnisse und Erfahrungen, die man bei Laien im Regelfall nicht voraussetzen kann.
Aus diesen Gründen behandelt der vorliegende Übersichtsartikel stärker die Grundlagen und Arbeitsmethoden der Archäoastronomie, als daß er einen repräsentativen Überblick über die archäoastronomischen Denkmäler der Welt gibt. Hierzu konsultiere man die im Literaturverzeichnis aufgeführten Werke (Aveni 1982, Heggie 1982, Galindo T. 1994, Müller 1970, Ruggles 1999, Schlosser und Cierny 1996).
Definition der Archäoastronomie
Die Archäoastronomie ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet zur Ermittlung der himmelskundlichen Kenntnisse vor- und frühgeschichtlicher Kulturen. Ihre Fortsetzung in geschichtlicher Zeit wird üblicherweise als ‚Astronomiegeschichte' bezeichnet, wenn auch eine klare Abtrennung naturgemäß nicht möglich ist. In den westlichen Ländern sind Bezeichnung und Bedeutung mit unserem Ausdruck weitgehend identisch: span. arqueoastronomía, frz. archéo-astronomie, ital. astronomia archaeologica, engl. archaeoastronomy. Im Russischen liegt die Betonung stärker auf der archäologischen Komponente (астроархеология = Astroarchäologie). Im Hinblick auf die Erhaltung eines erheblich größeren volkskundlichen Materials als bei uns (bedingt durch die spätere Christianisierung), wird sie im Baltikum als ‚Paläoastronomie' (lit. paleoastronomija) bezeichnet. In Deutschland steht jedoch die Erforschung der himmelskundlichen Kenntnisse des vorzeitlichen Menschen an erster Stelle, weshalb eine Zusammenarbeit zwischen prähistorischer Archäologie und Astronomie der Regelfall ist.
